„Erfindet keine Geschichten, wo keine sind“ – Julien Bernard kontert Kritik an Juan Ayuso nach Aufgabe bei der Baskenland-Rundfahrt

Radsport
durch Nic Gayer
Freitag, 10 April 2026 um 12:00
Juan Ayuso
Die schwierige Baskenland-Rundfahrt 2026 von Juan Ayuso hat eine weitere Wendung genommen: Julien Bernard vom Lidl-Trek stellte sich öffentlich schützend vor den Spanier, nachdem nach dessen Aufgabe auf der 4. Etappe Kritik in den sozialen Medien laut geworden war.
Ayuso hatte bereits zuvor im Rennverlauf sichtbar mit Magenproblemen zu kämpfen, bevor er die Rundfahrt schließlich vorzeitig beenden musste. Damit endete eine Woche enttäuschend, die nach seinem Sturz bei Paris–Nizza und der dadurch beeinträchtigten Vorbereitung früh aus dem Takt geraten war.

Teamkollege weist Vorwürfe gegen Ayuso entschieden zurück

Nach seinem Ausstieg wurden online Zweifel an Ayusos Rolle innerhalb der Mannschaft laut. Teilweise wurde ihm vorgeworfen, zu wenig für seine Teamkollegen gearbeitet zu haben.
Juan Ayuso bei der Baskenland-Rundfahrt 2026
Juan Ayuso bei der Baskenland-Rundfahrt 2026
Bernard widersprach dieser Darstellung jedoch deutlich und verwies auf die tatsächlichen Abläufe im Rennen. „Ich bin so müde, so etwas zu lesen. Seit zwei Tagen versuchen sie nach Kräften, uns zu helfen.“
Statt mangelnder Einsatzbereitschaft zeichnete Bernard das Bild eines Fahrers, der trotz gesundheitlicher Probleme bemüht war, seinen Beitrag für das Team zu leisten.

Teamentscheidung zum Schutz Ayusos mit Blick auf die Ardennen

Entscheidend war zudem Bernards Hinweis, dass die Aufforderung, Tempo herauszunehmen, nicht von Ayuso selbst ausgegangen sei, sondern innerhalb der Mannschaft getroffen wurde. „Mattias Skjelmose ist heute über Funk gegangen und hat ihm gesagt, er solle seinen Körper nicht überstrapazieren und an die Ardennen denken.“
Diese Einordnung verändert den Kontext der Aufgabe deutlich. Ayusos Rückzug erscheint damit weniger als Zeichen fehlender Einsatzbereitschaft, sondern vielmehr als Teil einer strategischen Entscheidung mit Blick auf die bevorstehenden Ardennen-Klassiker. Offensichtlich erhielt die langfristige Formplanung Vorrang gegenüber dem Durchkämpfen einer Erkrankung.

„Erfindet keine Geschichten, wo keine sind“

Bernards Frust über die öffentlichen Spekulationen war deutlich spürbar. Direkt wandte er sich gegen Interpretationen, die seiner Ansicht nach nichts mit der Realität im Peloton zu tun hatten. „Erfindet keine Geschichten, wo keine sind.“
Seine Worte verdeutlichen die Diskrepanz zwischen externer Wahrnehmung und internen Teamabläufen – insbesondere dann, wenn Krankheiten oder nicht sichtbare Probleme eine entscheidende Rolle spielen.
Nach einer von Rückschlägen geprägten Woche richtet Ayuso seinen Fokus nun auf die Regeneration. Die geplante Ardennen-Kampagne bleibt weiterhin ein zentrales Ziel – und, wie Bernard betonte, mit klarer Rückendeckung aus der Mannschaft.
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