„Er war in der Kurve viel zu schnell“ – Red Bull-Teammanager Ralph Denk erklärt Lipowitz’ Sturz; Schlüsselbeinbruch bei der Tour de France

Radsport
Mittwoch, 22 Juli 2026 um 13:00
Florian Lipowitz vor Etappe 9 der Tour de France 2026.
Florian Lipowitz ist nach einem Schlüsselbeinbruch nach einem Sekundensturz im Zeitfahren am Dienstag aus der Tour de France. Der Red Bull - BORA Hansgrohe-Profi, im Vorjahr auf dem Podium, lag stark unterwegs auf Rang fünf der Gesamtwertung.
Nachdem ihm am Ausgang einer scharfen Rechtskurve das Vorderrad wegrutschte, schlug Lipowitz offenbar mit voller Wucht auf der Schulter auf. Der Deutsche blieb zunächst auf der Straße liegen. Über das genaue Ausmaß der Verletzungen war unmittelbar nach dem Sturz noch nichts bekannt.
Im Anschluss wurde bestätigt, dass er sich bei dem Sturz das Schlüsselbein gebrochen hat. Teammanager Ralph Denk äußerte sich zum Vorfall, noch bevor die Diagnose Schlüsselbeinbruch feststand und der Fahrer auf dem Weg ins Krankenhaus war.
„Ich habe ihn seit dem Sturz weder gesehen noch mit ihm gesprochen“, sagte er im Inside Red Bull-BORA-hansgrohe Podcast.
„Ihm geht es den Umständen entsprechend, aber es ist wohl mehr als nur Hautabschürfungen.“

Kurve bringt fast auch Pogacar in Bedrängnis

Die besagte Kurve wurde wenige Minuten später auch für Tadej Pogacar heikel, der im Gelben Trikot kurz abbremste, weil er mit hoher Geschwindigkeit ankam. Denk betonte, dass Lipowitz das Zeitfahren am Limit fuhr und im Duell ums Gesamtklassement auf Paul Seixas Zeit gutmachte.
„Tadej Pogacar hat in der Kurve auch gezaubert und große Fahrtechnik gezeigt, sonst wäre er ebenfalls gestürzt“, ergänzte Denk.
„Wir hatten alle Zwischenzeiten, und der unbekümmerte Paul Seixas, der als Abfahrtswunder gilt, war auf dem Downhill langsamer als Florian. Das heißt, er ist schon vor der Unfallkurve am Limit bergab gefahren.“
Denk wertet Lipowitz’ Sturz als klassischen Rennunfall aus dem Moment heraus und verzichtet darauf, Team, Organisatoren oder Fahrer die Schuld zu geben.
Florian Lipowitz Tour de France 2026 Etappe 6
Florian Lipowitz Tour de France 2026 stage 6

Lipowitz’ Sturz dämpft Evenepoels Sieg

„Er war in der Kurve viel zu schnell. Leider war Florian zu optimistisch, und ich sehe da niemand anderen in der Verantwortung. Das ist ein Rennunfall in der Hitze des Gefechts.“
Für das Team waren es turbulente Minuten, da Remco Evenepoel hinten aufdrehte, schließlich einen deutlichen Etappensieg holte und 28 Sekunden auf das Gelbe Trikot Pogacar gutmachte. Dennoch herrschte beim deutschen Team am bitter-süßen Abend keine ausgelassene Stimmung.
Denk ergänzte: „Er ist ein brutal starkes Rennen gefahren, wieder vor Pogacar gewonnen, aber auf der Rückfahrt ins Hotel war bei uns keine echte Etappensieger-Stimmung. Das ist schade für Remco, aber auch für Florian, dass er nicht weitermachen kann.“
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