Derek Gee-West wird mit demselben Gedanken aus diesem Giro d’Italia gehen wie aus seinen letzten beiden Grand Tours. Der Kanadier beendete den diesjährigen Giro mit markanten Auftritten und festigte Rang fünf, ist aber überzeugt, ohne die frühen Zeitverluste in Woche eins wäre das Podium drin gewesen.
Der
Lidl-Trek-Profi attackierte auf
der 20. Etappe am Samstag nach Piancavallo mehrfach den viertplatzierten Thymen Arensman. Am Berg schien er den Niederländer kurzzeitig abzuschütteln, doch dieser und Teamkollege Egan Bernal kämpften sich wieder heran.
Gee-West wirkte als vielleicht zweitstärkster Kletterer des Tages hinter Etappensieger und Maglia-Rosa-Träger Jonas Vingegaard, doch Rang fünf im Gesamtklassement erzählt nicht die ganze Geschichte.
„Es war super hart. Von Beginn an war das Tempo wahnsinnig hoch, und wenn ich noch Hoffnungen auf Platz vier haben wollte, musste ich Arensman attackieren.“ sagte Gee-West
bei CyclingNews.„Jonas Vingegaard hatte sein Ding schon gemacht. Ich habe früh versucht zu gehen und gut mit Jai [Hindley] zusammengearbeitet. Die Ineos-Jungs waren stark und haben am Ende wieder zugemacht, und ich musste es im Sprint aushalten.“
Gemischte Gefühle bei Gee-West zum Giro d’Italia
In seinem ersten Jahr bei Lidl-Trek lief die Vorbereitung ohnehin nicht rund, bevor ein Sturz auf der zweiten Etappe seinen Start in das Rennen ausbremste. Gee-West war in den Massensturz verwickelt, der auch die Gesamtambitionen von Fahrern wie Adam Yates beendete.
Er sagte: „Ja, man kann es auf zwei Arten sehen; Vierter letztes Jahr, Fünfter dieses Jahr. Begeistert bin ich davon nicht, aber gleichzeitig bin ich dankbar, überhaupt hier zu sein. Meine Vorbereitung war echt besch…eiden.
„Ich habe das Trainingslager verpasst und, um ehrlich zu sein, nach Etappe 2, nach diesem Sturz und wenn man sieht, wie viele Jungs da rausgegangen sind … allein da durchzukommen, das Rennen zu beenden und ein GK-Resultat mitzunehmen, auch wenn es nicht das ist, was ich will, damit bin ich ziemlich zufrieden.“
Auf Etappe 2 schaffte es Gee-West nach seinem Sturz noch in Verfolgergruppen und verlor 1:01 Minuten auf die wichtigsten GK-Fahrer. Beim letztjährigen Giro büßte er bereits auf der ersten Etappe 57 Sekunden auf die Hauptkonkurrenz ein.
Auch bei der Tour de France 2024 verlor Gee-West auf der zweiten Etappe 1:01 Minuten auf die Favoritengruppe. In allen drei Grand Tours zeigte er starke zweite und Schlusswochen und wurde entsprechend 5., 4. und 9. Gee-West räumte selbst ein, dass er an den oft hektischen, sturzanfälligen Auftaktetappen arbeiten muss, um die frühen Verluste zu verringern.
Wiederkehrendes Grand-Tour-Muster bei Gee-West
„Ich weiß nicht, ob ich immer bis zur dritten Woche warten muss, um gute Beine zu haben, aber vielleicht ist das etwas, woran wir arbeiten können. Dieses Niveau zu jedem Zeitpunkt im Rennen zu erreichen. Damit wäre ich super zufrieden“, sagte Gee-West.
„Ich habe das Jahr in einem neuen Team begonnen, alles lief super, die UAE Tour war richtig gut, und dann war die Vorbereitung offensichtlich nicht optimal. Insofern tut ein fünfter Platz wirklich gut.
„Ich finde, es motiviert auch, denn von Platz vier auf fünf zu gehen, ist super frustrierend. Das ist ein Ziel für die Zukunft. Mit meinem Level am Ende des Rennens war ich wirklich zufrieden.“