Mathieu van der Poel und Tadej Pogacar dürften erneut weitgehend unbehelligt durch die Kopfsteinpflaster-Klassiker marschieren. Die Konkurrenz kämpft derzeit mit massivem Verletzungspech. Während Wout van Aert vor allem mit seiner Form ringt, bangt
Mads Pedersen sogar darum, ob er die Ronde van Vlaanderen und Paris-Roubaix überhaupt bestreiten kann.
Nachdem Remco Evenepoel und Jonas Vingegaard bereits durch Verletzungen und Krankheiten zurückgeworfen wurden, erwischt es nun auch jene Klassiker-Spezialisten, die den „großen Zwei“ Paroli bieten könnten. Pedersen wollte seine Saison bei der Volta a Comunitat Valenciana mit einem Tapetenwechsel eröffnen, stürzte jedoch gleich am ersten Tag.
Schlüsselbeinbruch, Trainingsstopp und ein Wettlauf gegen die Zeit
Im
Lang Distance Podcast schilderte der Däne den nicht im TV gezeigten und erst nach der Etappe bestätigten Sturzhergang: „In einer schmalen Abfahrt ging es in eine Linkskurve, in der zwei Fahrer auf der linken Straßenseite nebeneinander fuhren, sodass für die Fahrer rechts kein Platz mehr blieb“.
Pedersen kam bei hoher Geschwindigkeit zu Fall und zog sich einen Schlüsselbein- sowie einen Handgelenksbruch zu. Zwar absolviert er inzwischen Einheiten auf der Rolle, doch die Verletzungen verhindern das notwendige Straßentraining für seine wichtigsten Rennziele.
Der Sturz ereignete sich in den ersten Februartagen, also vor fast zwei Wochen. Roubaix, der Abschluss der Pflaster-Kampagne, steigt in weniger als zwei Monaten. Bis dahin könnte er wieder rennfähig sein, doch seine Form bleibt ein großes Fragezeichen. Paris-Nice und Milano-Sanremo strich er vorerst ebenfalls aus seinem Kalender.
Gleichzeitig stehen auch die weiter entfernten Ziele auf wackligen Beinen. „Es sieht jetzt schon sehr schwierig aus. Noch ein Rückschlag und es könnte unmöglich werden“, räumt Pedersen ein. „Aber ich muss es versuchen - für mich und für die Jungs um mich herum. Ich muss versuchen, es hinzubekommen.“