„Ein Arschloch! Er hatte nie ein freundliches Wort übrig“: Steve Chainel kritisiert scharf Fabian Cancellara

Radsport
Samstag, 18 April 2026 um 21:00
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Man kann jahrelang gemeinsam im Profi-Peloton fahren und sich dennoch aus tiefstem Herzen verachten. Ex-Profi Steve Chainel und die Schweizer Legende Fabian Cancellara sind das perfekte Beispiel dafür. In den Urlaub fuhren die beiden sicher nie zusammen, und nach einem aktuellen Interview dürfte diese Antipathie so bald nicht verfliegen.

„Französisches Stück Scheiße“ und ein völliger Mangel an Respekt

Gegenüber Winamax TV nahm Chainel, der von 2007 bis 2015 Profi war und heute als Radsportkommentator für Eurosport arbeitet, kein Blatt vor den Mund, als er die aus seiner Sicht arrogante Attitüde des zweifachen Olympiasiegers ihm und seinen Landsleuten gegenüber beschrieb.
Auf die Bitte, seine ehrliche Meinung über den ehemaligen Schweizer Kollegen zu sagen, setzte Chainel unvermittelt zu einer scharfen Charakterkritik an. Der Zeitfahrspezialist, so Chainel, habe französische Fahrer ständig beleidigt und ihnen nie grundlegende menschliche Wertschätzung entgegengebracht.
„Fabian Cancellara? Ein Arschloch! Ich habe ihn gehasst, und selbst heute fällt es mir schwer, darüber hinwegzukommen, weil ganz ehrlich…“, sagte Chainel unverblümt. „Aber ich würde trotzdem gern eines Tages mit ihm reden, weil wir die ‘Francese di merda’ waren (‘französisches Stück Scheiße’ auf Italienisch).“
Für Chainel rührte die Frustration daher, dass er sich seinen Platz unter den harten Männern der Frühjahrskampagnen erarbeitet hatte. Er sah sich als echten „Klassikerspezialisten“, doch Cancellara habe seinen Status nicht anerkannt und ihn nicht als ebenbürtig behandelt.
„Unter Klassikerspezialisten redet man miteinander. Ich fühlte mich als Klassikerspezialist, ich hatte ein bisschen was gezeigt“, erklärte Chainel. „Wenn du innen spät anbremst, schreit man, aber danach ist es okay. Bei ihm hatte ich das Gefühl, sie machten sich über mich lustig. Cancellara ist wirklich der Fahrer, den ich in meiner Karriere nie mochte, weil er nie ein freundliches Wort übrig hatte. Vielleicht ist er ja gerade deshalb ein Champion.“
Fabian Cancellara bei der Flandern-Rundfahrt 2026
Fabian Cancellara at the 2026 Tour of Flanders

Kontrast zu anderen Fahrern

Während Cancellara austeilte, betont Chainel, habe er mit anderen, mindestens ebenso prominenten Fahrern freundliche Begegnungen gehabt. Er nannte mehrere frühere Konkurrenten, mit denen der Umgang auf der Straße deutlich angenehmer gewesen sei.
„Typen wie Lars Boom, Tom Boonen, die gaben mir immer einen Klaps auf den Hintern und sagten: ‚Hey Steve!‘ Zumindest kannten sie meinen Vornamen, da war Respekt, ja“, sagte Chainel.
Er hob hervor, wie Boonen stets den Kontakt suchte. „Boonen hat sich immer Mühe gegeben, Französisch zu sprechen und sagte zu mir: ‚Ich habe dich im Cross gesehen‘“, so Chainel. „Sylvain Chavanel war super, Juan Antonio Flecha außergewöhnlich, David Millar supercool.“
Um seinen Punkt zu Cancellaras aus seiner Sicht einzigartig schlechtem Auftreten zu untermauern, führte Chainel sogar eine der umstrittensten Figuren der Sportgeschichte an und bemerkte, dass selbst dieser im Peloton mehr Respekt gezeigt habe als der Schweizer.
„Ich bin sogar eine Flandern-Rundfahrt mit Lance Armstrong gefahren, damals bei RadioShack“, schloss Chainel. „Selbst der gab mir einen kleinen Klaps auf den Hintern, also ‘kannte’ er mich.“
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