Der schwere Sturz von Jonas Vingegaard hat die
Tour de France 2026 am Sonntag auf dramatische Weise verändert. Mit dem Aus des Kapitäns von
Visma - Lease a Bike verlor das Rennen den einzigen ernsthaften Herausforderer von Tadej Pogacar im Kampf um den Gesamtsieg. Ex-Profi
Tom Dumoulin machte im Anschluss vor allem unzureichende Sicherheitsmaßnahmen für den Unfall verantwortlich.
Der Niederländer zeigte sich fassungslos darüber, dass die Fahrer vor einer aus seiner Sicht besonders gefährlichen Passage nicht ausreichend gewarnt wurden. Vor allem die fehlende Absicherung einer unübersichtlichen Kurve sorgte bei Dumoulin für großes Unverständnis.
Dumoulin kritisiert fehlende Warnung vor Gefahrenstelle
„Ich finde das wirklich unfassbar. Hier müsste einfach jemand mit einer Trillerpfeife stehen. Ich meine, was schauen wir uns hier an?“, sagte Dumoulin im Gespräch mit NOS.
Jonas Vingegaard blieb nach seinem schweren Sturz auf der 15. Etappe am Boden liegen und musste die Tour de France 2026 mit einem Schlüsselbeinbruch aufgeben.
Der ehemalige Tour-de-France-Podiumsfahrer konnte nicht nachvollziehen, weshalb die Fahrer vor der heiklen Kurve nicht deutlicher gewarnt wurden. Die Passage mit den Straßenmöbeln auf der Mittelinsel sei bereits unter normalen Umständen anspruchsvoll gewesen. Durch das hohe Tempo des Pelotons habe sich die Gefahrenstelle zusätzlich verschärft.
Vingegaard war der erste Fahrer, der an dieser Stelle zu Fall kam und mit der Schulter gegen den Bordstein prallte. Der Däne erlitt einen Schlüsselbeinbruch, der operativ behandelt werden muss. Mehrere weitere Fahrer wurden ebenfalls in den Unfall verwickelt, darunter Isaac del Toro.
„Das ist schlicht ein völlig unübersichtlicher Kreisverkehr mit einer Mittelinsel, wo man sie vernünftigerweise erwarten kann, weil sie auch direkt an der Einfahrt zum Kreisverkehr liegt“, erklärte Dumoulin.
„Die Tour-Organisation hätte das wissen müssen“
Für Dumoulin steht fest, dass gefährliche Streckenabschnitte konsequent abgesichert werden müssen. Aus seiner Sicht hätten die Verantwortlichen der Tour de France das Peloton an dieser Stelle deutlich stärker warnen müssen.
„Wie auch immer, da muss jemand mit einer Warnpfeife stehen. Die Tour-Organisation hätte das wissen müssen. Sie fahren vor dem Peloton her, sie wissen also, was kommt. Solche Punkte müssen dauerhaft abgesichert sein.“
Grundsätzlich seien die Fahrer im Peloton daran gewöhnt, mit Hindernissen auf der Strecke umzugehen. Angesichts der Belastung einer dreiwöchigen Rundfahrt und der hohen Geschwindigkeiten sei es jedoch kaum überraschend, dass eine derart unübersichtliche Situation zu einem schweren Sturz führen könne.
„Die Teams rufen schon: Kreisverkehr rechts, dort ist es gefährlich, aber sie können nicht genau sagen, wo diese Mittelinsel beginnt. Es geht alles unglaublich schnell. Man muss sich klarmachen: Sie biegen hier mit 50 km/h ein.“
Für Dumoulin war genau dieser Umstand letztlich entscheidend für den Unfall.
„Und wenn du dafür keine Warnung bekommst und die Kurve auch nicht siehst, dann passiert so etwas“, sagte der Niederländer.
Besonders für die Fahrer weiter hinten in der Gruppe werde die Situation immer schwieriger einzuschätzen.
„Und dann ist es für die ersten vier Fahrer noch knapp gutgegangen. Der Fünfte hat noch weniger Sicht, in diesem Fall Vingegaard. Und so kann es eben passieren, dass er zufällig einen kleinen Stein trifft oder was auch immer – und dann bist du weg.“