Aktuell als 14. in der UCI-Teamrangliste liegt das
NSN Cycling Team für eine „neue“ WorldTour-Formation ordentlich im Rennen… zumal die Schweizer Equipe seit Jahresbeginn ihre Leader vom Pech verfolgt. Der reibungslose Einstieg in die höchste Liga ist vor allem dem Sprint- und Klassiker-Kern um Biniam Girmay, Corbin Strong und Ethan Vernon zu verdanken, die regelmäßig im Rampenlicht stehen.
Schwachpunkt bleiben jedoch die Berge. Es wäre unfair, die starken ersten Monate des jungen italienischen Kletterers Alessandro Pinarello oder den wiedererstarkten neuseeländischen Meister George Bennett nicht zu erwähnen, dennoch hatte das Team bei Rennen mit vielen Höhenmetern deutlich größere Erwartungen.
Diese Schwierigkeiten pauschal auf eine verpatzte Wintervorbereitung oder falsche Transferstrategie zu schieben, greift zu kurz. Vielmehr summiert sich schlichtweg Pech bei Verletzungen mehrerer Schlüsselakteure von NSN.
Der zweifache Giro d’Italia-Top-10-Finisher Jan Hirt stürzte bei der UAE Tour und ist seither nur ein Schatten seiner Bestform. Apropos Schatten: Auch Grand-Tour-Top-10-Mann Alexey Lutsenko startete erst Ende März in die neue Saison und hat noch keine Rundfahrt beendet. Gesundheitsprobleme werden vermutet, sind beim Kasachen aber nicht bestätigt. Ausreißerspezialist Marco Frigo braucht zudem härtere Rennen, um zur Geltung zu kommen. Und dann gibt es Fahrer, die 2026 noch keine Startnummer angesteckt haben:
Fragiler Williams
Wollte man
Stephen Williams’ Karriere in einem Wort zusammenfassen, hieße es „Kampf“. Das Talent des Briten, insbesondere für hügelige Eintagesrennen im strömenden Regen, ist unbestritten, doch der 29-Jährige kann mit seiner Laufbahn kaum zufrieden sein. In sieben Profijahren war Williams eigentlich nur in drei Saisons wirklich gesund (2021, 2023 und 2024), während er in manchen anderen Jahren kaum ein einziges Rennen beenden konnte.
2026 steuert nun leider auf ein weiteres „schwaches“ Jahr zu: Williams ist seit Eschborn-Frankfurt im Vorjahr ohne Renneinsatz. Dabei könnte NSN den Flèche-Wallonne-Sieger von 2024 für die anstehende Ardennen-Woche dringend gebrauchen.
„Stevie setzt seine intensive Rehabilitation aufgrund einer ausheilenden Quadrizeps-Tendinopathie fort, mit dem Plan, innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen schrittweise ins volle Training zurückzukehren“, teilte das Team mit.
Blackmores rätselhafte Verletzung
Während bei Williams die Lösung greifbar scheint, tappt sein junger Landsmann Joe Blackmore weiter im Dunkeln. Der 23-Jährige mit Mountainbike-Vergangenheit tauchte quasi aus dem Nichts im Profipeloton auf und agierte sofort mit der Ruhe eines Routiniers.
Nach einer Ardennen-Kampagne im Vorjahr mit mehreren Top-15-Ergebnissen galt Blackmore 2026 als Podiumskandidat – doch der Brite hat noch kein Rennen bestritten, geschweige denn sich mit einem Remco Evenepoel messen können.
Zu Blackmores Gesundheitszustand
erklärte NSN: „Er wird in der kommenden Woche in Großbritannien und Belgien weitere Facharztkonsultationen wahrnehmen, um anhaltende Knieschmerzen im Training abzuklären, die ihn in diesem Jahr bislang vom Start abgehalten haben.“