Ab Dienstag tritt der Giro d’Italia 2026 in seine entscheidende Phase ein. Nach zwei Wochen Rennbetrieb verlagert sich der Kampf um die Maglia Rosa ins härteste Terrain: Eine Schlusswoche für die Berge und große Abstände. Obwohl
Jonas Vingegaard weiterhin deutlich im Gesamtklassement führt, versprechen die drei verbleibenden Hochgebirgsetappen einen offenen Schlagabtausch bis zum Ende.
Es geht nicht nur um die Maglia Rosa. Einer der spannendsten Wettkämpfe ist
der Kampf ums Podium, in dem Afonso Eulálio,
Felix Gall, Thymen Arensman, Jai Hindley, Giulio Pellizzari und Michael Storer die zwei verbleibenden Plätze in den Top 3 jagen.
Auch im Top-10-Duell stehen große Namen:
Egan Bernal als Zwölfter mit Ambitionen nach oben, daneben Ben O'Connor, Derek Gee, Davide Piganzoli, Mathys Rondel und weitere.
Die Organisatoren haben einige der härtesten und ikonischsten Schauplätze für die Schlussphase aufgespart. Carì, Alleghe und Piancavallo ragen als Schlüsselanstiege heraus, an denen sich der Gesamtsieg dieser Ausgabe entscheiden dürfte.
Carì eröffnet die Schlusswoche
Der erste große Termin steht am Dienstag, 26.05., mit der 16. Etappe von Bellinzona nach Carì an. Ein kurzer Tag mit nur 113 Kilometern, aber hoher Vorbelastung und knapp 3.000 Höhenmetern.
Die Strecke umfasst zwei Runden über einen Kurs mit den Anstiegen nach Torre und Leontica, zwei giftige Rampen, die vor dem Finale Körner kosten. Leontica ist besonders fordernd, mit Passagen bis 14%.
Das Ziel liegt am Anstieg nach Carì, einer Erstkategorie-Bergankunft über 11,7 Kilometer bei 7,9% im Schnitt. Neben der gleichmäßigen Härte warten Rampen bis 13% – ideales Terrain für Angriffe der Favoriten und erste ernsthafte Zeitgewinne im Gesamtklassement.
Etappe 16: Bellinzona - Carì, 113 Kilometer
Passo Giau, Richter der Berge
Die Königsetappe folgt am Freitag, 29.05., über 151 Kilometer von Feltre nach Alleghe mit Finale in Piani di Pezzè. Einer der härtesten Tage des Giro, mit über 5.000 Höhenmetern und sechs kategorisierten Anstiegen.
Früh wird das Rennen über die Sequenz Passo Duran, Coi und Forcella Staulanza verschärft. Besonders der Coi ist furchteinflößend: kurz, aber extrem explosiv, nahe 10% im Schnitt mit Rampen bis 19%.
Der Hauptakteur des Tages ist jedoch der legendäre Passo Giau, die Cima Coppi dieser Ausgabe. Seine 9,9 Kilometer bei 9,3% im Schnitt und maximal 14% machen ihn zu einem der entscheidenden Momente des Giro. Der Gipfel auf 2.233 Metern verstärkt die Höhenthematik tief in Woche drei.
Nach dem Passo Falzarego und einer langen Abfahrt endet der Tag in Alleghe mit einem finalen Fünf-Kilometer-Anstieg bei 9,6%, wo unter den Maglia-Rosa-Anwärtern weiter große Abstände entstehen können.
Etappe 19: Feltre - Alleghe (Piani di Pezzè), 151 Kilometer
Piancavallo krönt den Champion
Die letzte große Chance, das Gesamtklassement umzustürzen, kommt am Samstag, 30.05., auf der 20. Etappe von Gemona del Friuli nach Piancavallo.
Ein langer Tag über 200 Kilometer, mit einem relativ ruhigen Auftakt vor den entscheidenden letzten 70 Kilometern. Dann folgt die erste Auffahrt nach Piancavallo, 14,5 Kilometer bei 7,8% mit Rampen bis 14%, die das Rennen zerlegen können.
Etappe 20: Gemona del Friuli - Piancavallo, 199 Kilometer
Nach dem Gipfel warten eine Abfahrt und ein günstiger Abschnitt, bevor es über dieselbe Seite zur finalen Auffahrt zurückgeht. Dieser zweite Anstieg nach Piancavallo ist der letzte große Test des Giro – und die Bühne, auf der der Sieger praktisch feststeht, bevor es zum Abschluss nach Rom geht.