Tom Pidcock stürmte von Startreihe fünf aus spektakulär nach vorn und holte sich bei den UCI Mountain Bike Weltmeisterschaften 2026 in Val di Sole den Elite-Titel im Cross-Country. Mathieu van der Poels Versuch, das letzte fehlende Regenbogentrikot seiner Sammlung zu erobern, endete derweil auf Rang 30.
Pidcock war nach der kurzen Startrunde zunächst bis auf etwa Platz 32 zurückgefallen, Van der Poel lag ähnlich weit hinten um Rang 30, nachdem beide Multidisziplin-Stars auf den schmalen Passagen des italienischen Kurses sofort im Verkehr stecken geblieben waren.
Von dort entwickelten sich ihre Rennen jedoch in völlig unterschiedliche Richtungen. Pidcock lag zu Beginn der zweiten Runde bereits auf Platz neun, arbeitete sich Schritt für Schritt zur Spitze vor und übernahm in der zweiten Rennhälfte selbst die Kontrolle.
Van der Poel gelang der Durchbruch nicht und er rollte schließlich 4:44 Minuten hinter dem neuen Weltmeister ins Ziel.
Pidcock verwandelt Start aus der fünften Reihe in Titelangriff
Adrien Boichis wirkte anfangs am stärksten der etablierten MTB-Spezialisten. Der Franzose, der bei diesen Titelkämpfen bereits Short-Track-Weltmeister geworden war, forcierte wiederholt das Tempo an der Spitze, während Charlie Aldridge, Martin Vidaurre Kossmann, Cole Punchard und andere die Führungsgruppe mitprägten.
Pidcock musste die Lücke zufahren. Trotz eines kleinen Fehlers in Runde zwei und eines weiteren kurzen Patzers später im Rennen verringerte der zweimalige Olympiasieger stetig den Rückstand und stellte noch vor Rennhalbzeit den Anschluss her. Er gesellte sich zu Boichis, Aldridge, Vidaurre Kossmann und Punchard an die Spitze. Dort hörte er auf zu jagen und begann zu attackieren.
Pidcock zündete auf dem ersten Anstieg der sechsten Runde eine explosive Attacke und verkleinerte sofort den Kreis der Titelanwärter. Punchard verlor als Erster den Kontakt, ehe auch Boichis dem wiederholten Druck nicht mehr standhielt. Zu Beginn der vorletzten Runde blieben nur noch Aldridge und Vidaurre Kossmann bei Pidcock, Boichis lag bereits 17 Sekunden zurück.
Vidaurre Kossmann war der Nächste, der abreißen lassen musste, während Pidcock die Anstiege weiter hämmerte. Aldridge konterte kurz, indem er auf der 4X-Abfahrt die Innenlinie nahm und an seinem Landsmann vorbeiging, doch Pidcock antwortete am großen Anstieg später in der Runde und riss erstmals eine Lücke auf.
Er ging mit neun Sekunden Vorsprung auf Aldridge in die Schlussrunde und baute diesen am ersten Zeitcheck sofort auf 18 Sekunden aus. Von dort gab es für die Verfolger kein Zurück mehr. Pidcock fuhr souverän davon und sicherte sich nach einer der eindrucksvollsten Aufholjagden dieser Titelkämpfe das Regenbogentrikot.
Van der Poels Regenbogenjagd zerfällt
Der Kontrast zu Van der Poel war krass. Der Niederländer war nach Val di Sole gekommen, um den Elite-MTB-WM-Titel zu jagen, der seine Regenbogentrikots auf Straße, im Cyclocross und auf Gravel ergänzt hätte. Doch sein Rennen erholte sich nie vom verstopften Auftakt.
Während Pidcock rasant durchs Feld pflügte, lag Van der Poel zur Rennmitte noch um Platz 20 und bereits rund 1:40 Minuten hinter der Spitze. Der Rückstand wuchs mit fortschreitender Dauer weiter, am Ende wurde er als 30. mit 4:44 Minuten Rückstand klassiert.
Vorne war Aldridge der letzte Fahrer, der Pidcock folgen konnte, ehe er auf der vorletzten Runde abgehängt wurde. Punchard rückte spät noch auf Rang drei vor, nachdem Vidaurre Kossmann nachließ.
Pidcock jedoch hatte die wichtigste Frage bereits beantwortet. Von rund Platz 32 nach der Startrunde fuhr er durchs gesamte Feld, brach die stärksten Spezialisten nacheinander und beendete den Tag im Regenbogentrikot.
Ergebnisse MTB-Weltmeisterschaften 2026 Elite-Männer
| 01 | Pidcock Tom | 01:25:26 |
| 02 | Aldridge Charlie | + 17 |
| 03 | Punchard Cole | + 31 |
| 04 | Vidaurre Martin | + 59 |
| 05 | Boichis Adrien | + 01:06 |
| 06 | Azzaro Mathis | + 01:47 |
| 07 | Lillo Dario | + 01:54 |
| 08 | Colombo Filippo | + 02:02 |
| 09 | Püntener Fabio | + 02:04 |
| 10 | List David | + 02:08 |
| 11 | Sarrou Jordan | + 02:15 |
| 12 | Martin Luca | + 02:20 |
| 13 | Avondetto Simone | + 02:27 |
| 14 | Guay Mathis | + 02:30 |
| 15 | Schätti Luca | + 02:34 |
| 16 | Schuermans Jens | + 02:50 |
| 17 | Cullell Jofré | + 02:58 |
| 18 | Dascalu Vlad | + 03:06 |
| 19 | Riley Bjorn | + 03:20 |
| 20 | Flückiger Mathias | + 03:37 |
| 21 | Zanotti Juri | + 03:44 |
| 22 | Foidl Maximilian | + 03:47 |
| 23 | Schwarzbauer Luca | + 03:52 |
| 24 | Braidot Luca | + 03:53 |
| 25 | Lillelund Tobias | + 03:55 |
| 26 | Brandl Maximilian | + 04:09 |
| 27 | Cink Ondrej | + 04:32 |
| 28 | Andreassen Simon | + 04:36 |
| 29 | Gaze Samuel | + 04:39 |
| 30 | van der Poel Mathieu | + 04:40 |