Am 22. März kehrt das Peloton der World Tour zum längsten Rennen im professionellen Straßenradsport zurück. Mailand-Sanremo, das erste Monument der Saison, zählt zu den spannendsten Rennen im gesamten Kalender und sorgt stets für ein dramatisches Finale. Wir werfen einen Blick auf das Rennen.
Die Strecke
Mit 288 Kilometern (plus neutralem Start) ist Mailand-Sanremo das längste Profirennen der Saison. Die Beine der Fahrer werden am Ende schwer sein, doch das Rennen behält seine charakteristischen Elemente bei. Die traditionelle Route entlang der ligurischen Küste führt über die Tre Capi, drei kurze, aber entscheidende Anstiege:

Pavia - Sanremo, 288 Kilometer
- Capo Mele – 1,9 km, 4,2 % Steigung, 52 km vor dem Ziel
- Capo Cervo – 1,9 km, 2,8 % Steigung, 47,4 km vor dem Ziel
- Capo Berta – 1,8 km, 6,7 % Steigung, 39 km vor dem Ziel

Cipressa: 5.6Km; 4%; 21.6Km zu gehen
Die Cipressa ist kein übermäßig harter Anstieg, doch nach über sechs Stunden Rennzeit kann sie das Feld erheblich ausdünnen. Angriffe sind hier selten, doch Teams mit Puncheuren, Kletterern und sprintstarken Fahrern forcieren oft das Tempo, um die reinrassigen Sprinter in Schwierigkeiten zu bringen. Besonders die Abfahrt ist technisch anspruchsvoll, weshalb eine gute Positionierung essenziell ist.
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Poggio di Sanremo: 3.6Km; 3.7%; 5.5Km zu gehen
Der Poggio ist vielleicht der "härteste leichte Anstieg" im Radsport. Obwohl er keine extreme Steigung aufweist, wird er nach 282 Kilometern zu einer echten Herausforderung. Besonders die letzten 800 Meter mit einer 8 %-Rampe sind oft der entscheidende Moment für Attacken.
Mindestens genauso wichtig ist die folgende Abfahrt: Sie ist technisch anspruchsvoll und bietet eine perfekte Gelegenheit, um sich von den Verfolgern zu lösen. 2022 nutzte Matej Mohorič genau diese Passage für seinen siegreichen Angriff.

Abstieg vom Poggio di Sanremo
Das Finale in Sanremo
Die Via Roma ist der Schauplatz des Zielsprints. Auf der langen, flachen Zielgeraden kann es sowohl zu einem Sprint als auch zu einem erfolgreichen Soloangriff kommen. Allerdings ist ein Sprint nach sieben Stunden Renndauer eine völlig andere Herausforderung als nach vier oder fünf Stunden.

Finale Mailand-Sanremo
Das Wetter

Karte Mailand-Sanremo 2025
Das Wetter wird nicht ideal sein. Es besteht eine geringe Regenwahrscheinlichkeit am Morgen, doch der Wind könnte eine entscheidende Rolle spielen. Mit Rückenwind aus Osten werden Angriffe begünstigt – ein Vorteil für Fahrer, die das Rennen schwer machen wollen.
Die Favoriten
Tadej Pogačar
Es gibt keinen Grund, um den heißen Brei herumzureden: Pogačar ist der Mann, den alle schlagen müssen. Dieses Rennen fehlt ihm noch in seiner Sammlung, und er wird alles daran setzen, es zu gewinnen. Sein Team UAE Emirates wird das Rennen früh schwer machen und könnte bereits an den Tre Capi das Tempo verschärfen. Die Cipressa könnte zum Schauplatz eines frühen Angriffs werden – insbesondere, wenn schlechte Wetterbedingungen und Rückenwind hinzukommen.
Mögliche Helfer: Isaac del Toro, Tim Wellens, Jhonatan Narváez
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Mathieu van der Poel
Der Titelverteidiger wird sich am Poggio möglichst frisch halten, denn hier kann ihn kaum jemand abhängen. Die Form stimmt, und wenn er mit einer Gruppe ankommt, gehört er zu den großen Favoriten.
Teamkollege: Jasper Philipsen (dessen Start nach einem Sturz fraglich ist)
Lidl-Trek
Ein starkes Aufgebot mit Fahrern wie Mads Pedersen, Jonathan Milan und Giulio Ciccone. Pedersen ist in herausragender Form und könnte eine Rolle spielen, wenn das Rennen nicht zu schwer wird. Ciccone wiederum könnte einer der wenigen Fahrer sein, die Pogačar am Poggio folgen können.
Filippo Ganna
Der Italiener ist in der Form seines Lebens und wurde 2023 Zweiter. Seine Fähigkeit, in langen, gleichmäßigen Anstiegen enorme Wattwerte zu treten, macht ihn zu einem ernsthaften Siegkandidaten – besonders wenn er sich mit einem starken Antritt absetzen kann.
INEOS-Unterstützung: Ben Turner
Tom Pidcock
Normalerweise wäre Pidcock kein Topfavorit, da steile Anstiege eher sein Terrain sind. Doch seine aktuelle Form ist herausragend, und er könnte seine Bergab-Fähigkeiten nutzen, um nach dem Poggio eine entscheidende Lücke zu reißen.
BORA-hansgrohe
Das Team hat mehrere starke Optionen:
- Danny van Poppel als Sprintkarte
- Laurence Pithie für einen schnellen Poggio
- Roger Adrià und Maxim van Gils für ein schweres Rennen
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Außenseiter und Überraschungskandidaten
Dieses Rennen lebt von taktischen Überraschungen, und einige Fahrer könnten für eine Sensation sorgen:
- Julian Alaphilippe (Tudor) – Ehemaliger Sieger, aber nicht in Bestform
- Matej Mohorič (Bahrain-Victorious) – Wird erneut seine Abfahrtskünste ausspielen
- Stefan Küng, Alberto Bettiol – Klassikerspezialisten mit Außenseiterchancen
- Michael Matthews – Letztes Jahr Zweiter, ein gefährlicher Sprinter
- Magnus Cort Nielsen, Olav Kooij, Axel Zingle – Explosive Fahrer, die den Poggio überleben könnten
Sprinter mit Hoffnungen
Sollte das Rennen nicht völlig explodieren, könnten folgende Fahrer auf einen Sprint setzen:
- Michael Matthews
- Biniam Girmay
- Pascal Ackermann
- Corbin Strong
- Ivan Garcia Cortina
Vorhersage Mailand-Sanremo 2025
★★★ Tadej Pogačar, Mathieu van der Poel
★★ Mads Pedersen, Filippo Ganna, Tom Pidcock
★ Jonathan Milan, Roger Adrià, Maxim van Gils, Matej Mohorič, Stefan Küng, Julian Alaphilippe, Michael Matthews, Olav Kooij, Axel Zingle
Prognose: Tadej Pogačar
Ich glaube, dass UAE Emirates einen klaren Plan verfolgt und ihn erfolgreich umsetzen wird. Sie werden das Rennen an der Cipressa in die Länge ziehen, das Feld dezimieren und Pogačar eine perfekte Ausgangsposition für seinen Angriff bieten. Wenn er erst einmal in Fahrt kommt, könnte ihm niemand mehr folgen.
Original: Rúben Silva
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Pavia, are you ready to relive the show?👀
— Milano Sanremo (@Milano_Sanremo) March 18, 2025
See you on Friday, March 21st at 5 pm!
Pavia, sei pronta a rivivere lo show? 👀
Ci vediamo venerdì 21 Marzo alle 17!#MilanoSanremo presented by @CA_Ita pic.twitter.com/5lnFlmh1pY

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
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- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026










