Von 25.000 auf über 600.000 Euro: Paula Blasis Millionenvertrag zeigt den Wandel im Frauenradsport

Radsport
durch Nic Gayer
Paula Blasi bei der Strade Bianche Donne 2026
Als Andreu Canals 2018 für Mavi Garcia bei Movistar ein Jahresgehalt von 25.000 Euro aushandelte, sah die finanzielle Realität im Frauenradsport noch völlig anders aus als heute. Der ehemalige Präsident des balearischen Radsportverbands und erste Trainer der spanischen Radprofifahrerin erinnert sich noch genau an diese Summe. Acht Jahre später macht ein neuer Vertrag beim selben Rennstall deutlich, wie stark sich die wirtschaftlichen Möglichkeiten an der Spitze des Frauenpelotons verändert haben.
Mehr als 575.000 Euro liegen zwischen den beiden Jahresgehältern. Paula Blasi soll bei Movistar künftig über 24-mal so viel verdienen wie Garcia damals. Allerdings befinden sich die beiden Fahrerinnen zum Zeitpunkt ihrer jeweiligen Vertragsabschlüsse in unterschiedlichen Karrierephasen. Der Vergleich verdeutlicht daher vor allem die Entwicklung des Marktes für herausragende Fahrerinnen. Mit einem Dreijahresvertrag bis Ende 2029 sichert sich Movistar die Dienste der jungen Katalanin und tätigt damit eine Investition, die vor wenigen Jahren im Frauenradsport kaum vorstellbar gewesen wäre.

Mehr als 600.000 Euro pro Jahr: Movistar investiert kräftig in Paula Blasi

Wie die spanische Sportzeitung MARCA berichtet, wird Blasi ab der Saison 2027 bei Movistar ein Jahresgehalt von mehr als 600.000 Euro erhalten. Zwischen Garcias Vertragsunterzeichnung und Blasis Wechsel liegen damit neun Jahre. Vergleicht man dagegen die damaligen Gehaltsverhandlungen mit der Bekanntgabe der neuen Verpflichtung, beträgt der Abstand acht Jahre. Unabhängig davon zeigt die Gegenüberstellung, welche finanziellen Dimensionen Spitzenverträge im Frauenradsport inzwischen erreichen können.
Paula Blasi beim Fotoshooting.
Paula Blasi wechselt 2027 zu Movistar und soll laut MARCA mehr als 600.000 Euro jährlich verdienen. Die Siegerin der Vuelta Femenina und des Amstel Gold Race unterschrieb einen Vertrag bis Ende 2029.
Diese Entwicklung ist Teil eines umfassenderen Wandels. Die Zahl professionell aufgestellter Frauenmannschaften ist gestiegen, bedeutende Rennen erhalten deutlich mehr mediale Aufmerksamkeit, und neue Stars sorgen dafür, dass Sponsoren und Teams zunehmend bereit sind, größere Summen zu investieren.
Allerdings lässt sich aus den beiden Verträgen keine allgemeine Gehaltsentwicklung für das gesamte Frauenpeloton ableiten. Die genannten Beträge zeigen, welche finanziellen Möglichkeiten der Markt besonders gefragten Fahrerinnen inzwischen eröffnet. Sie sind jedoch nicht repräsentativ für die wirtschaftliche Situation aller Radprofis. Zudem spiegeln die beiden Vereinbarungen unterschiedliche sportliche Ausgangslagen und Karrierephasen wider.

Blasi als langfristige Investition: Movistar sichert sich eines der größten spanischen Talente

Paula Blasi wechselt nach einer außergewöhnlich erfolgreichen Saison zu Movistar. Die Katalanin gewann 2026 sowohl das Amstel Gold Race als auch die Vuelta Femenina und belegte bei der Tour de France Femmes den fünften Gesamtrang. Mit diesen Ergebnissen hat sie sich als eines der größten Talente des spanischen Radsports etabliert. Zugleich liefern ihre Leistungen eine Erklärung dafür, weshalb Movistar bereit ist, einen derart hoch dotierten Dreijahresvertrag mit ihr abzuschließen.
Die Verpflichtung ist dabei weit mehr als eine Investition in kurzfristige Ergebnisse. Blasi hat bereits bewiesen, dass sie bei den bedeutendsten Rennen des internationalen Kalenders um Siege kämpfen kann. Gleichzeitig verfügt sie über weiteres Entwicklungspotenzial. Mit der vertraglichen Bindung bis Ende 2029 stellt Movistar sicher, dass die Spanierin ihre nächsten Karriereschritte im Trikot der Mannschaft absolvieren kann.
Die lange Vertragslaufzeit bietet beiden Seiten Planungssicherheit. Während Blasi ihre sportliche Entwicklung unter stabilen Bedingungen fortsetzen kann, erhält Movistar die Möglichkeit, die langfristige Renn- und Kaderplanung auf eine der vielversprechendsten Fahrerinnen des Pelotons auszurichten. Damit verfolgt der spanische Rennstall das Ziel, sich dauerhaft unter den führenden Mannschaften des Frauenradsports zu behaupten.

Zwei Generationen, ein Team: Was der Gehaltssprung über den Frauenradsport verrät

Das von MARCA genannte Jahresgehalt von mehr als 600.000 Euro verdeutlicht, welchen finanziellen Stellenwert Fahrerinnen inzwischen erreichen können, die bereits große Erfolge vorweisen, über erhebliches Entwicklungspotenzial verfügen und bei den wichtigsten Rennen konkurrenzfähig sind. Blasis Vertrag honoriert somit nicht ausschließlich ihre bisherigen Leistungen. Er ist zugleich eine Wette auf ihre sportliche Zukunft und ihre mögliche Rolle als langfristige Leistungsträgerin bei Movistar.
Der Rückblick auf Mavi Garcias Vertrag hilft dabei, diese Entwicklung einzuordnen, ohne die beiden Spanierinnen unmittelbar miteinander zu vergleichen. Die 25.000 Euro, die Andreu Canals 2018 für die Mallorquinerin aushandelte, standen für die damaligen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im professionellen Frauenradsport. Blasis deutlich höheres Gehalt spiegelt dagegen die gewachsene Bereitschaft wider, in besonders erfolgreiche und vielversprechende Fahrerinnen zu investieren.
Neun Jahre nach Garcias Vertragsunterzeichnung verdeutlicht Blasis Wechsel zu Movistar damit einen bemerkenswerten Wandel. Zwei Verträge, zwei Generationen und derselbe Rennstall machen sichtbar, wie stark sich der Frauenradsport in puncto öffentlicher Wahrnehmung, sportlicher Bedeutung und finanzieller Investitionen entwickelt hat. Zugleich zeigt der Vergleich, welche neuen Möglichkeiten sich zumindest für die größten Stars des Pelotons eröffnet haben.
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