Vlad van Mechelen wehrt sich nach Tour-Sturz: „Ich habe dazu nicht wirklich viel beigetragen“

Radsport
durch Nic Gayer
Freitag, 17 Juli 2026 um 14:00
Vlad van Mechelen at the 2026 Tour Auvergne-Rhone Alpes
Vlad van Mechelen hat jede Verantwortung für den folgenschweren Massensturz im Finale der 12. Etappe der Tour de France 2026 zurückgewiesen. Obwohl die Rennjury den Belgier nach dem Vorfall mit einer Zeitstrafe, einer Geldbuße und einer Gelben Karte belegte, sieht sich der Fahrer von Bahrain Victorious keiner Schuld bewusst.
Der 22-Jährige wurde von den Kommissären sanktioniert, nachdem Fernando Gaviria im Zielsprint sein Hinterrad berührt hatte und zu Boden gegangen war. In der Folge stürzten auch Dorian Godon und Jenno Berckmoes. Für Berckmoes endete die Tour de France aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs vorzeitig.

Van Mechelen weist jede Schuld am Sturz zurück

Als Konsequenz des Vorfalls wurde Van Mechelen auf den letzten Platz der Etappenwertung zurückgesetzt. Zudem verhängte die Jury eine Geldstrafe von 500 Schweizer Franken, zog ihm 18 Punkte in der Punktewertung ab und sprach eine Gelbe Karte gegen den Belgier aus.
Van Mechelen selbst kann die Entscheidung der Rennkommissäre jedoch nicht nachvollziehen. Nach seiner Darstellung habe er sich im Sprint regelkonform verhalten und keinerlei gefährliches Manöver ausgeführt.
„Ich habe dazu nicht wirklich viel beigetragen, oder zumindest nichts falsch gemacht“, sagte Van Mechelen gegenüber Sporza. „Ich habe keinerlei Manöver gefahren. Ich bin einfach zur Ziellinie gesprintet. In so einem Moment kann so etwas passieren.“

„Ich habe nur einen Schlag an meinem Hinterrad gespürt“

Zum Zeitpunkt des Kontakts befand sich Van Mechelen unmittelbar vor Gaviria. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit und der Enge im Sprint habe er zunächst gar nicht erkannt, was sich hinter ihm abgespielt hatte.
„Ich konnte kaum etwas sehen“, erklärte der Belgier. „Ich habe nur einen Schlag an meinem Hinterrad gespürt. Dadurch habe ich etwas Geschwindigkeit verloren.“
Erst nach der Etappe wurde ihm das Ausmaß des Zwischenfalls bewusst. Beim Anschauen der Fernsehbilder im Mannschaftsbus habe er gesehen, wie viele Fahrer in den Unfall verwickelt gewesen waren.
„Ich war etwas schockiert, als ich sah, wie viele hinter mir stürzten“, sagte Van Mechelen. „Erst im Bus, als ich es mir ansah, habe ich gesehen, dass Gaviria mein Hinterrad getroffen hat.“
Ungeachtet seiner Darstellung machte die Rennjury Van Mechelen für den Vorfall verantwortlich und verhängte gleich vier separate Sanktionen. Der Belgier bleibt zwar im Rennen, geht jedoch mit einer Gelben Karte sowie einem reduzierten Punktestand in die nächste Etappe.
An seiner Sichtweise ändert das allerdings nichts. Van Mechelen betont weiterhin, seine Linie gehalten und kein gefährliches Manöver gefahren zu haben. Aus seiner Sicht sei vielmehr der Kontakt von hinten entscheidend gewesen. Das Urteil der Jury steht zwar fest, die Diskussion über die Verantwortung für den Massensturz dürfte damit jedoch nicht beendet sein.
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