Das Transferfenster im Profi-Radsport ist offiziell geöffnet. Noch hält sich die Zahl der bestätigten Transfers in Grenzen, doch einige durchaus prominente Deals sind bereits unter Dach und Fach. Gleichzeitig hat im Laufe der vergangenen Woche ein besonders interessantes Gerücht deutlich an Fahrt aufgenommen.
Neben den ersten offiziellen Transfers spielt auch die langfristige Bindung der eigenen Leistungsträger eine wichtige Rolle. Mehrere Top-Fahrer haben rund um die Tour de France neue Verträge unterschrieben – und insbesondere UAE Team Emirates - XRG hat bei einem seiner größten Talente frühzeitig für klare Verhältnisse gesorgt.
Vertragsverlängerungen
Die vorangegangene Ausgabe des
Transfermarkt-Berichts lieferte bereits einen Überblick über die Entwicklungen auf dem Markt. Während und nach der Tour de France haben mehrere prominente Fahrer ihre Verträge bei ihren aktuellen Mannschaften verlängert. Für einige Teams war dies ein dringend notwendiger Schritt, um ihre wichtigsten Leistungsträger langfristig zu binden und Planungssicherheit für die kommenden Jahre zu schaffen.
UAE Team Emirates - XRG bildet dabei keine Ausnahme. Der Mannschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist längst bewusst, welches Potenzial in
Isaac del Toro steckt. Der Mexikaner kann inzwischen einen Etappensieg, einen Platz auf dem Gesamtpodium sowie den Gewinn der Nachwuchswertung bei der Tour de France vorweisen.
Bei seinem Tour-Debüt hat Del Toro seine Qualitäten als Grand-Tour-Fahrer damit weiter eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Gleichzeitig gehörte auch sein Zusammenspiel mit Tadej Pogacar zu den prägenden Faktoren des Rennens.
Angesichts dieser nahezu perfekten Ausgangslage genießt die langfristige Bindung Del Toros bei UAE höchste Priorität. Sein neuer Vertrag läuft bis einschließlich 2031 und damit sogar ein Jahr länger als Pogacars aktueller Kontrakt. Diese Entscheidung könnte zugleich darauf hindeuten, dass das Interesse an Paul Seixas geringer geworden ist, schließlich hat UAE mit Del Toro seinen zweiten potenziellen großen Leader langfristig an das Team gebunden.
| Offiziell seit | Fahrer | Team | Vertragslaufzeit bis |
| 06.08.2026 | BERASATEGI Xabier | Euskaltel - Euskadi | 2028 |
| 06.08.2026 | DEL TORO Isaac | UAE Team Emirates - XRG | 2031 |
| 04.08.2026 | MARTÍN Gotzon | Euskaltel - Euskadi | 2028 |
Offizielle Transfers
Seit der offiziellen Öffnung des Transferfensters wurden bereits einige Wechsel bekannt gegeben, auch wenn diese bislang nur einen Bruchteil der zahlreichen Gerüchte aus den vergangenen Monaten ausmachen. Erste Bestätigungen waren sogar schon wenige Stunden vor dem 1. August auf der Website der UCI zu finden.
Besonders ins Auge fällt dabei ein Transfer, der noch während der laufenden Saison vollzogen wurde. Victor Langellotti hat seinen Vertrag bei Netcompany INEOS in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst und sich mit sofortiger Wirkung XDS Astana angeschlossen. Hinter dem ungewöhnlichen Zeitpunkt des Wechsels könnte auch die bevorstehende Vuelta a España stehen, die in Langellottis Heimatland Monaco beginnt.
Andere Mannschaften konzentrieren sich unterdessen darauf, Talente aus ihren eigenen Development-Programmen direkt in die Profimannschaft zu befördern. EF Education-EasyPost hat zudem Juan Felipe Rodríguez noch während der laufenden Saison verpflichtet, während Gavin Sherry ab 2027 für das Team fahren wird.
Lotto-Intermarché setzt ebenfalls auf den eigenen Nachwuchs und hat gleich drei U23-Fahrer aus seinem Development-Programm für die Zukunft bestätigt: Milan Donie, Kamiel Eeman und Victor Vaneeckhoutte erhalten die Chance, den nächsten Schritt ihrer Karriere innerhalb der eigenen Strukturen zu machen.
Dass Valentin Madouas Groupama - FDJ verlassen wird, war bereits bekannt. Nun steht auch sein neues Ziel endgültig fest: Der Olympia-Zweite von Paris wechselt 2027 zu Cofidis und soll dort eine Führungsrolle in einem eigenständigen französischen Projekt übernehmen. Auch Tim Torn Teutenberg verlässt Lidl-Trek. Der Deutsche schließt sich Soudal - Quick-Step an und verstärkt dort die Sprintabteilung. Voraussichtlich soll er vor allem als Anfahrer für Tim Merlier oder Paul Magnier eingesetzt werden.
Einen besonders ambitionierten Wechsel vollzieht Mikel Landa. Der erfahrene Baske hat bei Euskaltel - Euskadi einen Zweijahresvertrag unterschrieben und möchte mithelfen, die traditionsreiche Mannschaft wieder an ihre frühere Stärke heranzuführen.
Mauro Schmid wiederum ist der erste offiziell bestätigte Neuzugang des Pinarello - Q36.5 Pro Cycling Team. Der Tour-de-France-Etappensieger soll dort einen hoch dotierten Vertrag erhalten haben. Insbesondere die Aussicht, wichtige UCI-Punkte zu sammeln und um große Siege fahren zu können, soll für den Wechsel zum Schweizer Team eine entscheidende Rolle gespielt haben.
Der Wechsel von Mauro Schmid zu Pinarello war der prominenteste der ersten Transferwoche.
Auch Alpecin - Premier Tech hat auf dem
Transfermarkt kräftig nachgelegt. Mit Ivan García Cortina, Casper van Uden und Madis Mihkels stoßen zur Saison 2027 gleich drei Fahrer zur Mannschaft. Das Trio soll sowohl die Sprintfraktion als auch das Aufgebot für die Klassiker deutlich verstärken.
Zieht es Fabio Jakobsen zu Visma - Lease a Bike?
Nach Informationen von
Daniel Benson wird außerdem Artem Shmidt Netcompany INEOS verlassen und sich 2027 dem NSN Cycling Team anschließen. Für den britischen Rennstall wäre dies ein weiterer Abgang. Das prominenteste Gerücht der vergangenen Woche betrifft allerdings einen anderen Fahrer: Fabio Jakobsen.
Am 3. August wurde Jakobsens Vertrag bei Team Picnic PostNL offiziell aufgelöst. Wo der Niederländer seine Karriere fortsetzen wird, ist bislang offen. Fest steht allerdings, dass es Kontakte zu
Visma - Lease a Bike gibt.
Für Jakobsen könnte ein solcher Wechsel die Chance auf einen sportlichen Neustart bedeuten. Der niederländische Sprinter wartet seit mehr als zwei Jahren auf einen Profisieg und hatte in den vergangenen Saisons Schwierigkeiten, wieder an seine frühere Konkurrenzfähigkeit anzuknüpfen. Aktuell dürften Gespräche darüber laufen, wie ein möglicher Deal für den 29-Jährigen aussehen könnte. Klar ist: Jakobsen möchte seine Karriere auch über das Jahr 2026 hinaus fortsetzen.