Am 08.04.2026 stellt sich das Peloton einer der wichtigsten Sprintprüfungen des Jahres: der
Scheldeprijs. Mitten im Herzen der Frühjahrs-Klassiker, zwischen der Flandern-Rundfahrt und Paris–Roubaix, bietet der belgische Klassiker den Sprintern eine ideale Siegchance. Wir blicken auf das Profil des Rennens, dessen Start und Ziel für 12:10 bzw. 16:15 CET veranschlagt sind.
Das Rennen wurde bereits 1907 ins Leben gerufen und zählt zu den ältesten Veranstaltungen im Profiradsport, nur im Ersten Weltkrieg unterbrochen. Maurice Leturgie gewann die Premiere, doch erst 1953 hob erneut ein Nicht-Belgier die Arme in einer Halbklassiker-Ausgabe. Rik van Looy, Roger De Vlaeminck, Eddy Merckx und Adrie van der Poel triumphierten hier, als das Finale noch weniger konsequent auf einen Sprint ausgerichtet war – heute sind die Geschwindigkeiten so hoch, dass Massensprints kaum zu vermeiden sind.
Mario Cipollini, Erik Zabel, Robbie McEwen, Tom Boonen, Alessandro Petacchi, Mark Cavendish und Marcel Kittel (bemerkenswert: fünf Siege) prägten als Top-Sprinter der letzten Jahrzehnte die Siegerliste. Kaum ein Jahr vergeht, in dem nicht ein Fahrer von absolutem Top-Niveau gewinnt.
In diesem Jahrzehnt siegten bereits Caleb Ewan, Jasper Philipsen, Alexander Kristoff und in den vergangenen zwei Auflagen Tim Merlier.
2025 übersprintete Merlier Jasper Philipsen zum zweiten Mal in Folge und holte einen weiteren Sprintcoup.
Profil: Terneuzen - Schoten
Terneuzen - Schoten, 205 Kilometer
Das Rennen führt über eine brettebene, rund 205 Kilometer lange Strecke mit Start in den Niederlanden und Ziel in Belgien. Wind spielt hier oft eine Rolle, zugleich eröffnet das Terrain Klassikerspezialisten und Rouleuren Chancen für Attacken.
Zwar sind die Kopfsteinpflaster nicht mit Paris–Roubaix zu vergleichen, doch im Schlussrundkurs wartet ein Sektor, der einkalkuliert werden muss: die 1,7 Kilometer lange Broekstraat. Das letzte Passieren endet lediglich 6,5 Kilometer vor dem Ziel.
Das begünstigt späte, aber auch früh gesetzte Angriffe, um das Rennen zu erschweren. Sprinter mit Siegambitionen dürfen sich daher nicht allein auf reine Endgeschwindigkeit verlassen – auch wenn diese am Ende entscheidend bleibt.