„Mein Sieg heute war dieser neunte Platz“ – Roglic verpasst bei Heim-EM die erhoffte Medaille

Radsport
durch Nic Gayer
Primoz Roglic in action at the 2026 Montreal World Championships
Primoz Roglic war in einem überschaubaren Favoritenkreis als einer der großen Anwärter auf den Europameistertitel in Ljubljana ins Rennen gegangen. Beflügelt von den zahlreichen slowenischen Fans an der Strecke hatte der 36-Jährige große Ambitionen für sein Heimrennen. Am Ende musste sich Roglic jedoch mit einem Top-10-Ergebnis zufriedengeben.
„Ich sage immer, man versucht zu gewinnen, aber mein Sieg heute war dieser neunte Platz. Ich war nicht in Bestform, deshalb war es ein großer Kampf, das zu erreichen“, erklärte Roglic nach dem Rennen gegenüber CyclingPro.net.

Evenepoel und Ciccone waren für Roglic nicht zu halten

Remco Evenepoel und Giulio Ciccone galten als die beiden großen Favoriten des Tages und präsentierten auf dem anspruchsvollen Rundkurs in Sencur erwartungsgemäß die stärksten Beine. Mit einem mehr als zwei Kilometer langen Anstieg bei rund zehn Prozent durchschnittlicher Steigung schien das Profil grundsätzlich auch wie geschaffen für Roglic, der deshalb als heißer Medaillenkandidat gehandelt worden war.
Primoz Roglic in Aktion bei der Radsport-WM 2026.
Primoz Roglic konnte bei der Europameisterschaft vor heimischem Publikum nicht um die Medaillen kämpfen. Im Einzelzeitfahren erhält der Slowene die nächste Chance auf Edelmetall.
Als das Rennen in die entscheidende Phase ging und endgültig auseinanderbrach, fehlte dem Slowenen allerdings die nötige Stärke, um sich aus seiner Gruppe zu lösen. Nachdem Evenepoel und Ciccone auf der vorletzten Runde attackiert hatten, blieb für die Verfolger nur noch der Kampf um Bronze. Diese Medaille sicherte sich schließlich Christian Scaroni.
„Ich war da schon etwas abgehängt, da war eine kleine Lücke. Wäre ich in Topform gewesen oder wie auch immer, müsste ich dort sein“, haderte der 36-Jährige. „Von da an war ich allein in dieser Gruppe, und es war ein großer Kampf, überhaupt hier ins Ziel zu kommen.“
Roglic setzte das Rennen anschließend in der Verfolgergruppe fort, konnte das erhoffte Ergebnis aber nicht mehr erreichen. Letztlich beendete er das Straßenrennen knapp hinter der Gruppe als Solist in den Top 10.
Trotz der sportlichen Enttäuschung überwogen beim Slowenen im Ziel auch positive Emotionen. Besonders die Unterstützung der zahlreichen heimischen Fans machte den Tag für Roglic zu einem besonderen Erlebnis.
„Ich habe die ganzen Fans und all die Leute wirklich genossen. Dieses Jahr werde ich sicher nie vergessen. Ein großes Dankeschön an alle.“

Roglic nimmt im Zeitfahren die nächste Medaille ins Visier

Die Europameisterschaft ist für Roglic damit allerdings noch nicht beendet. Der ehemalige Olympiasieger im Zeitfahren erhält bereits am Mittwoch die nächste Gelegenheit auf ein Topresultat. Dann startet er im Einzelzeitfahren, das größtenteils über den inzwischen bestens vertrauten Kurs führt.
Da Fahrer wie Remco Evenepoel und Filippo Ganna nicht am Start stehen, könnte sich für Roglic eine hervorragende Gelegenheit ergeben, doch noch um eine Medaille zu kämpfen und für eine Überraschung zu sorgen. Auch der Slowene selbst sieht in der kürzeren Distanz möglicherweise einen Vorteil.
„Es ist ein bisschen kürzer, also könnte es vielleicht etwas besser für mich sein.“
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