"Ich will wieder große Tour-Etappen gewinnen" - Deutscher Lennard Kämna kehrt nach lebensgefährlichem Sturz mit großen Ambitionen zurück
Radsport
Lennard Kämna wird 2025 endlich wieder in den Rennsport zurückkehren, nachdem er sich ein ganzes Jahr lang von einem lebensbedrohlichen Unfall erholt hat. Der 28-jährige Deutsche bereitete sich auf den Giro d'Italia vor, als ein Sturz auf Teneriffa im vergangenen April seine Saison beendete. Jetzt ist er mit seinem neuen Team Lidl-Trek bereit, seine Karriere wieder aufzubauen, beginnend mit der Volta a Catalunya am 24. März, mehr als ein Jahr nach seinem letzten Rennen.
Zum Zeitpunkt seines Unfalls war Kämna in Topform und auf dem besten Weg, Bora-Hansgrohe beim Giro neben Dani Martinez anzuführen. Er war sich des Risikos bewusst und mahnte sich selbst zur Vorsicht bei der Abfahrt.
"Ich war wirklich gut in Form und auf dem Weg zum Giro, meinem großen Ziel", sagte er gegenüber Rouleur. "Wenn ich jeden Morgen auf der spanischen Insel trainiere, sage ich mir, dass ich vorsichtig sein muss. In meinem Kopf und in meinem Geist sage ich mir: 'Geh beim Abstieg nicht zu viel Risiko ein'. Wenn ich jetzt hart fahre und einen Sturz habe, hilft mir das nicht."
Dann geschah das Undenkbare. Kämna wurde von einem Auto angefahren und lag mit mehreren gebrochenen Rippen, einem gebrochenen Schulterblatt, einem schweren Brustkorbtrauma und einer Lungenquetschung auf der Intensivstation.
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"Ich habe wirklich darüber nachgedacht [Absturz] und dann ist es tatsächlich passiert. Es war wirklich seltsam."
Obwohl er bei Bewusstsein blieb, konnte er sich aufgrund der Schwere seiner Verletzungen kaum an die ersten drei Tage im Krankenhaus erinnern.
"Ich war immer bei Bewusstsein, aber ich habe nur etwa 10 Minuten Erinnerung an meine drei Tage in der Notaufnahme. Ich wusste nicht, warum ich im Krankenhaus war, und es war wie: Woah, plötzlich bin ich hier, aber warum? Es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, was passiert ist und dass es kein Traum war, sondern Realität."
Der mentale und körperliche Tribut war immens. Anfangs hatte er Mühe zu begreifen, wie ernst seine Verletzungen waren, und dachte sogar an ein Comeback am Ende der Saison.
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"Als ich hörte, was passiert ist, war ich ziemlich emotional. Ich wusste nicht, wie dramatisch es war, und ich dachte, dass der Giro vielleicht nicht möglich ist, aber danach könnte ich vielleicht für dieses oder jenes Rennen fit sein. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie schlimm die Verletzung war."
Es dauerte 63 Tage, bis er wieder auf sein Fahrrad steigen konnte, und bis dahin hatte er erheblich an Muskelmasse verloren. Seinem Bruder fiel sofort auf, wie viel Gewicht er verloren hatte.
"Das erste, was mein Bruder sagte, war: 'Mann, du siehst nicht gut aus. Du bist viel zu dünn.'"
Kämna dankt seiner Freundin dafür, dass sie ihm geholfen hat, sein Gewicht während des zweimonatigen Krankenhausaufenthalts zu halten.
"Ohne ihre Nahrungszufuhr von außen hätte ich 5 % Körperfett gehabt. Auch wenn ich nicht viel getan habe, brauchte mein Körper dennoch viele Kalorien für meine Erholung."
Während sein Unterkörper relativ unversehrt blieb, konnte er sich aufgrund seiner Verletzungen am Oberkörper wochenlang nicht richtig bewegen.
"Meine Beine waren in Ordnung, und nach ein paar Tagen konnte ich mit etwas Hilfe aufstehen und ein wenig gehen", sagte er. "Aber in den ersten vier Wochen ging ich nicht einmal in den Garten des Krankenhauses - ich blieb auf derselben Etage."
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Als er endlich wieder auf dem Fahrrad saß, fühlte es sich wieder natürlich an.
"Mein erstes Mal draußen zu fahren war ein super tolles Gefühl, eine Freude. Ich war wirklich glücklich. Und es fühlte sich super natürlich an. Weil ich alles vergessen habe, hatte ich keine Angst vor dem Abstieg oder dem Fahren im Freien."
Die Rückkehr in den Spitzensport war jedoch eine weitaus größere Herausforderung.
"Nach all der Zeit im Krankenhaus und in der Reha war ich für einen normalen Menschen in wirklich guter Verfassung, aber weit davon entfernt, ein Profisportler zu sein. Außerdem brauchte ich einige Zeit, um mich wieder auf die Denkweise eines Profisportlers einzustellen. Ich war auf dem Rad und konnte trainieren, aber ich war weit davon entfernt, das tägliche Trainingsprogramm eines Profis zu absolvieren. Ich war weder körperlich noch geistig für den Hochleistungsausdauersport bereit."
Im August 2024 traf Kämna die schwierige Entscheidung, Bora-Hansgrohe nach fünf Saisons und neun Siegen zu verlassen und sich Lidl-Trek anzuschließen, um einen Neuanfang zu wagen.
War es schwierig zu gehen?
"Nein", sagte er unverblümt. "An einem bestimmten Punkt wäre es natürlich schwierig gewesen, aber so wie es am Ende war, bin ich wirklich froh, dass ich gehen konnte."
Obwohl er seine Zeit bei Bora immer noch schätzt, sorgten die Umstände seiner Verletzung für einen unangenehmen Abschied.
"Im Allgemeinen hatte ich ein gutes Verhältnis zum Team. Mir gefiel der Start, ich hatte einen guten Trainer, ich hatte ein gutes Verhältnis zu allen Fahrern, und ich fühlte mich sicher wohl. Aber wenn so etwas passiert, ist es für beide Seiten nie perfekt. Sicherlich war das Ende nicht das, was man sich nach einer langen und guten Chemie vorher gewünscht hat. Aber es war kein schönes Ende. Ich war fünf Jahre in Bora, aber ich hatte einen beschissenen Unfall und bin das letzte halbe Jahr nicht mehr gefahren. Es war nicht das Ergebnis, auf das ich oder Bora gehofft hatten."
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Mit Lidl-Trek hat Kämna nun eine neue Chance, sich wieder aufzubauen.
"Ich habe mich aus vielen Gründen entschieden zu unterschreiben. Ich kann nur sagen, dass ich super glücklich bin, hier zu sein. Sie wissen, dass ich diesen Unfall hatte und die Erwartungen für Catalunya nicht allzu hoch sind, aber die Hoffnung und die Erwartungen sind, dass ich zu meinem alten Niveau zurückkehren werde."
Mit Blick auf die Zukunft hat Kämna wieder Ambitionen auf eine Grand Tour, auch wenn eine Rückkehr zur Tour de France ungewiss bleibt.
"Es muss eine Menge richtig laufen, und ich bin mir vollkommen bewusst, dass es keine leichte Aufgabe ist, dort zu sein."
Sein Hauptziel bleibt dasselbe: große Rennen zu gewinnen.
"Ich möchte wieder Grand-Tour-Etappen und andere Rennen gewinnen - das ist mein großes Ziel. Ich habe das Gefühl, dass es hilft, in einem neuen Umfeld zu sein und einen kompletten Neuanfang zu machen. Ich bin zuversichtlich, was die Zukunft angeht."
Nach einer erschütternden Erfahrung weiß Kämna, wie glücklich er ist, wieder im Profi-Peloton zu sein.
"Am Ende hatte ich großes Glück mit dem Ausgang. Dass ich hier sitzen und wieder Profisport treiben kann, ist unglaublich. Das ist eine wirklich große Sache."
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026











