Das Peloton verliert zum Saisonende einen seiner Mentoren.
Luke Durbridge gehört seit der Gründung 2012 zum
Team Jayco AlUla. Mit seinem Rücktritt endet ein Kapitel in der Geschichte der australischen Mannschaft, denn Durbridge ist derzeit das letzte verbliebene Mitglied jener Gruppe von Träumern, die vor 14 Jahren nach Europa aufgebrochen sind.
„Gestern stand die 11. und letzte Ausgabe von Paris–Roubaix für Luke Durbridge an, der bekannt gibt, dass 2026 seine letzte Saison als Profi sein wird. Der Aussie wird im Januar bei den australischen Meisterschaften das Rad an den Nagel hängen. Danke für die Fahrt, Durbs. Wild war’s seit 2012“, schrieb sein Team in den
sozialen Medien.
Der 35-Jährige startete als talentierter Zeitfahrer in die Karriere, stellte sich der Radsportwelt mit einem Prologsieg beim Critérium du Dauphiné 2012 vor und gewann die Gesamtwertungen der Tour du Poitou Charentes und des Circuit cycliste Sarthe - Pays de la Loire (beide 2.1), jeweils auf Basis eines Zeitfahrsiegs.
Diese Debütsaison war womöglich die beste seiner Laufbahn. In den Folgejahren entwickelte er sich zum verlässlichen Helfer und Straßenkapitän für die Kopfsteinpflaster-Klassiker und Grand Tours, belegt durch 11 Nominierungen für Paris–Roubaix, die Flandern-Rundfahrt und die Tour de France in seinen fünfzehn Profi-Jahren.
Roubaix hat sich im vergangenen Jahrzehnt verändert
Auch wenn Durbridge nur selten auf Ergebnis fuhr, kann er auf Rang 12 bei der Flandern-Rundfahrt 2017 und Platz 18 bei Paris–Roubaix 2016 zurückblicken. Sein Palmarès in Roubaix ist schmaler, doch gerade der ikonische Hell of the North wuchs dem Australier besonders ans Herz.
„Beim ersten Mal hatte ich Angst“, gestand er CyclingProNet vor dem Rennen am Sonntag. Mit jedem Jahr lernte Durbridge jedoch die Eigenheiten des Monuments zu schätzen. „Heute gehe ich nicht mit Angst rein. Es wird hart, klar, es wird stressig und all das, aber wenn du die Geschichte so oft gesehen hast, wirst du etwas entspannter.“
Luke Durbridge bei Paris–Roubaix 2024
Seit seinem Debüt 2013 habe sich die Rennweise in Roubaix drastisch verändert, so Durbridge. „Wir sind schneller unterwegs und treffen das Pflaster mit deutlich mehr Speed. Du bist dadurch weniger lange technisch auf dem Kopfsteinpflaster unterwegs“, lachte er.
Dazu trage auch der technologische Fortschritt im Radsport bei: „Das Material ist inzwischen unglaublich. 2012 fuhren wir wahrscheinlich 28er, jetzt sind es 32 Millimeter Reifen. Das Rad schluckt viel von den Schlägen“, erklärt er.
Gibt es zum Abschluss noch Tipps von Durbridge für ein „Wunder“-Ergebnis in Roubaix? „Wir versuchen einfach, aktiv zu fahren und uns vor dem großen Vorstoß der Favoriten zu positionieren. Wenn du voraus bist, kannst du potenziell Risiken vermeiden und im Finale mitspielen.“