„Ich glaube, das will niemand auf dem Gewissen haben“: Fahrervereinigung verhandelt mit den Organisatoren der Tour de France über die Einführung früher Morgenstarts, um extremen Hitzewellen zu entgehen

Radsport
Montag, 13 Juli 2026 um 8:00
Pinarello Q36.5 rider sprays water on himself in an attempt to keep cool amid the searing Tour de France 2026 heatwave
Die Cyclistes Professionnels Associés (CPA), die Fahrergewerkschaft des Profi-Radsports, verhandelt mit den Tour-de-France-Organisatoren über die Möglichkeit, ausgewählte Etappen morgens früher zu starten, um die Belastung der Fahrer durch extreme Temperaturen zu verringern.

Morgenstarts für heißeste Etappen im Gespräch

Laut CPA-Vertreter Staf Scheirlinckx wird der Vorschlag inzwischen ernsthaft geprüft, auch wenn Änderungen frühestens in der kommenden Saison umsetzbar wären, da die aktuelle Ausgabe logistisch zu komplex ist.
„Dieser Vorschlag ist nicht mehr unantastbar“, sagte Scheirlinckx gegenüber WielerFlits. „Wir sprechen über das nächste Jahr, denn für diese Ausgabe ist es aus logistischer Sicht praktisch unmöglich.“
Nur Etappen durch Regionen, die besonders häufig von extremer Hitze betroffen sind, würden potenziell früher am Tag beginnen, wenn die Temperaturen deutlich niedriger sind. Zudem drängt die CPA auf ein flexibles Protokoll, das es Veranstaltern erlaubt, rasch zu reagieren, falls sich anderswo unerwartet schwere Hitze entwickelt.
Scheirlinckx betonte, dass der langfristige Schutz der Fahrer an erster Stelle stehen müsse, und warnte vor möglichen Folgen wiederholter Einsätze unter Extrembedingungen. „Ich glaube nicht, dass jemand verantworten will, dass in zehn Jahren die Hälfte des Pelotons mit Lungenproblemen zu kämpfen hat, weil sie bei extremer Hitze Rennen gefahren sind.“
Tadej Pogačar sucht Schatten während der Hitzewelle der Tour de France 2026
Tadej Pogacar taking shaded shelter during the heatwave of the 2026 Tour de France

Gesundheitssorgen gegen logistische Hürden abgewogen

Bei aller Reformbereitschaft stellte Scheirlinckx klar, dass Etappenabsagen nicht als realistische Lösung gelten. „Das Rennen nicht auszutragen, ist keine Option, weil man den Menschen schlicht ihre Arbeit nimmt. Es ist ein Recht auf Arbeit.“
Jede Anpassung des Tour-Zeitplans hätte zudem erhebliche kommerzielle Auswirkungen. TV-Übertragungen, Sponsorenverpflichtungen und der gesamte Tagesablauf des Events sind auf Nachmittagsrennen ausgerichtet. Frühere Starts erforderten daher eine enge Abstimmung zwischen Veranstaltern, Sendern und kommerziellen Partnern.
Eine Entscheidung gibt es bislang nicht. Jede Änderung bräuchte die Zustimmung von CPA, Teams, Tour-Veranstalter ASO und UCI. Scheirlinckx ist jedoch überzeugt, dass das Wohlergehen der Fahrer in diesen Gesprächen zunehmend zum entscheidenden Faktor wird.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading