Die Cyclistes Professionnels Associés (CPA), die Fahrergewerkschaft des Profi-Radsports, verhandelt mit den Tour-de-France-Organisatoren über die Möglichkeit, ausgewählte Etappen morgens früher zu starten, um die Belastung der Fahrer durch
extreme Temperaturen zu verringern.
Morgenstarts für heißeste Etappen im Gespräch
Laut CPA-Vertreter Staf Scheirlinckx wird der Vorschlag inzwischen ernsthaft geprüft, auch wenn Änderungen frühestens in der kommenden Saison umsetzbar wären, da die aktuelle Ausgabe logistisch zu komplex ist.
„Dieser Vorschlag ist nicht mehr unantastbar“, sagte Scheirlinckx gegenüber
WielerFlits. „Wir sprechen über das nächste Jahr, denn für diese Ausgabe ist es aus logistischer Sicht praktisch unmöglich.“
Nur Etappen durch Regionen, die besonders häufig von extremer Hitze betroffen sind, würden potenziell früher am Tag beginnen, wenn die Temperaturen deutlich niedriger sind. Zudem drängt die CPA auf ein flexibles Protokoll, das es Veranstaltern erlaubt, rasch zu reagieren, falls sich anderswo unerwartet schwere Hitze entwickelt.
Scheirlinckx betonte, dass der langfristige Schutz der Fahrer an erster Stelle stehen müsse, und warnte vor möglichen Folgen wiederholter Einsätze unter Extrembedingungen. „Ich glaube nicht, dass jemand verantworten will, dass in zehn Jahren die Hälfte des Pelotons mit Lungenproblemen zu kämpfen hat, weil sie bei extremer Hitze Rennen gefahren sind.“
Tadej Pogacar taking shaded shelter during the heatwave of the 2026 Tour de France
Gesundheitssorgen gegen logistische Hürden abgewogen
Bei aller Reformbereitschaft stellte Scheirlinckx klar, dass Etappenabsagen nicht als realistische Lösung gelten. „Das Rennen nicht auszutragen, ist keine Option, weil man den Menschen schlicht ihre Arbeit nimmt. Es ist ein Recht auf Arbeit.“
Jede Anpassung des Tour-Zeitplans hätte zudem erhebliche kommerzielle Auswirkungen. TV-Übertragungen, Sponsorenverpflichtungen und der gesamte Tagesablauf des Events sind auf Nachmittagsrennen ausgerichtet. Frühere Starts erforderten daher eine enge Abstimmung zwischen Veranstaltern, Sendern und kommerziellen Partnern.
Eine Entscheidung gibt es bislang nicht. Jede Änderung bräuchte die Zustimmung von CPA, Teams, Tour-Veranstalter ASO und
UCI. Scheirlinckx ist jedoch überzeugt, dass das Wohlergehen der Fahrer in diesen Gesprächen zunehmend zum entscheidenden Faktor wird.