Im Jahr 2024 feierte
Jonas Vingegaard in Le Lioran einen seiner eindrucksvollsten Tour-de-France-Siege. Im Sprint bezwang der Däne
Tadej Pogacar hauchdünn und setzte sich im Fotofinish durch. Nun führt das Peloton erneut über dieselben Straßen ins identische Finale – und Vingegaard hofft, an genau diesem Ort an seinen Erfolg anknüpfen zu können.
Damals hatte Pogacar am Pas de Peyrol die Offensive gesucht, musste später jedoch den Preis für eine missglückte Verpflegung zahlen. Am Col de Pertus schloss Vingegaard wieder auf, ehe sich beide im ansteigenden Schlusssprint duellierten. Der Däne behielt die Oberhand und feierte einen spektakulären Etappensieg – nur wenige Tage, bevor Pogacar seine spätere Dominanz bei der
Tour de France eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Vingegaard erinnert sich an einen besonderen Tour-Moment
Seit jenem Erfolg ist es Jonas Vingegaard nicht mehr gelungen, seinen großen Rivalen zu bezwingen. Pogacar entwickelte sich in der Folge zu dem dominierenden Kletterer, der er heute ist und an dessen Tempo selbst die stärksten Bergfahrer des Pelotons auf langen Anstiegen regelmäßig scheitern. Umso lebendiger sind bei Vingegaard die Erinnerungen an einen der bedeutendsten Siege seiner Karriere.
Jonas Vingegaard kehrt an den Ort seines viel beachteten Etappensieges von 2024 zurück und hofft erneut auf einen Coup gegen Tadej Pogacar.
„Ich gebe niemals auf, und auch an diesem Tag habe ich nie aufgegeben“, sagte Vingegaard vor dem Start im Gespräch mit
TNT Sports. „So wird es auch hier bei dieser Tour sein. Ich gebe nicht auf, bis wir in Paris sind.“
Auf der 6. Etappe musste Vingegaard zwar viel Zeit einbüßen, doch sein Auftritt am Col du Tourmalet machte Mut. Dort präsentierte sich der Däne stärker als der Rest der Konkurrenz. Mit den heute deutlich kürzeren Anstiegen könnte er dem Träger des Gelben Trikots näher kommen als noch auf der entscheidenden Bergetappe der vergangenen Woche.
„Es war eine besondere Etappe für mich. Es war für mich persönlich ein sehr, sehr schöner Sieg dort, nach meinem Sturz und einigen sehr harten Monaten davor. Jetzt kehren wir dorthin zurück… Ich habe gute Erinnerungen, und heute wartet dort ein neuer Kampf.“
Vingegaard rechnet mit einer Offensive von UAE
Der Kapitän von
Visma - Lease a Bike präsentiert sich in starker Verfassung. Gleichzeitig erwartet ihn mit UAE ein Team, das bereits auf der 9. Etappe viel Arbeit investierte, um die Ausreißer zu kontrollieren. Auch auf der 10. Etappe dürfte die Mannschaft erneut das Rennen prägen. Pogacar gilt als erster Anwärter auf den Etappensieg, doch auch das explosive Streckenprofil könnte Isaac del Toro in die Karten spielen und ihm die Möglichkeit geben, entscheidende Unterschiede herauszufahren.
„Wir erwarten, dass UAE auf den Etappensieg geht. Ich hoffe, ich habe gute Beine und das Team hat gute Beine, wir werden sehen“, erklärte Vingegaard im Vorstart-Interview.
Allerdings erhält der Däne derzeit weniger Unterstützung als erhofft. Matteo Jorgenson kämpft weiterhin mit den hohen Temperaturen, während Fahrer wie Sepp Kuss und Davide Piganzoli auf dem anspruchsvollen Achterbahnprofil der zweiten Rennhälfte zu wichtigen Helfern werden könnten. „Wir machen definitiv das, was für mich am besten ist. Dann sehen wir, was passiert.“