„Gestern hätte ein großer Moment sein können, wenn Matteo Jorgenson nicht gestürzt wäre“ – Wout Van Aert beklagt Vismas verpasste Chance bei Tirreno-Adriatico

Radsport
durch Nic Gayer
Mittwoch, 11 März 2026 um 13:30
Wout van Aert
Das Team Visma - Lease a Bike steht erst zwei Etappen nach dem Start der Tirreno-Adriatico bereits vor einer neuen Ausgangslage. Das dramatische Schotterfinale in San Gimignano zwang die niederländische Mannschaft früh dazu, ihre Ziele für die Woche neu zu bewerten.
Mathieu van der Poel stellte das Rennen auf der zweiten Etappe mit einer explosiven Attacke auf dem sterrato auf den Kopf. Am Ende entschied ein Dreiersprint zwischen dem Niederländer, Isaac del Toro und Giulio Pellizzari über den Etappensieg.

Positionsfehler und Sturz bringen Visma in schwierige Lage

Matteo Jorgenson gehörte zunächst zu den Fahrern, die auf die entscheidende Beschleunigung reagierten. Auf dem rutschigen Schotter verlor der Amerikaner jedoch die Kontrolle über sein Rad und stürzte aus der Spitzengruppe.
Wout van Aert vor Etappe 2 von Tirreno–Adriatico 2026
Wout van Aert vor Etappe 2 von Tirreno–Adriatico 2026
Vor dem Start der 3. Etappe machte Wout Van Aert deutlich, dass dieser Moment das Rennen für das Team grundlegend verändert hat. Aus einer möglichen Offensive wurde plötzlich Schadensbegrenzung.
„Wir sind hier mit Matteo und haben große Hoffnungen fürs Gesamtklassement“, sagte Van Aert im Gespräch mit Cycling Pro Net. „Gestern wäre es eine große Chance gewesen, wenn er nicht gestürzt wäre. Er hätte Mathieu und den anderen vermutlich folgen können. Statt im GC nach vorne zu rücken, mussten wir den Schaden begrenzen. Das war ärgerlich.“
Van Aert sprach zudem offen über seine eigene verpasste Gelegenheit im Finale der Etappe.
„Ich habe mich gestern eigentlich richtig gut gefühlt, aber ich habe meine Positionierung vor dem Gravel-Sektor vermasselt und konnte deshalb kein Ergebnis holen“, erklärte der Belgier. „Ich war enttäuscht, aber die Beine waren da.“
Trotz der Frustration über den Rennverlauf sieht Van Aert auch positive Signale im Auftritt der Mannschaft. Für ihn zeigt die Leistung des Teams, dass in den kommenden Tagen weiterhin Chancen bestehen.
„Ich denke, wir beide waren gut, aber wir hatten uns gestern mehr erhofft, das ist sicher.“

Sprintchance auf Etappe 3

Mit Blick auf die nächste Etappe erwartet Van Aert ein welliges Finale, das eine der wenigen Sprintgelegenheiten dieser Tirreno-Adriatico bieten könnte.
„Ich denke, erst die Schlussetappe ist nach heute die nächste Sprintchance“, sagte er. „Morgen ist es auch ziemlich schwer, deshalb erwarte ich, dass sie diese Gelegenheit nutzen werden.“
Auch wenn das chaotische Gravel-Finale der zweiten Etappe die ursprünglichen Visma-Pläne durcheinandergebracht hat, betrachtet Van Aert das Rennen weiterhin als wichtigen Baustein für die kommenden Klassiker im Frühjahr.
„Ich finde, es ist die perfekte Vorbereitung auf Sanremo“, sagte er. „Wir brauchen diese Kilometer hier.“
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