"Gegen Pogacar kämpft man nur um Platz zwei“ – Movistars Top-Talent staunt über Tadej Pogačars Niveau
Radsport
Erinnern wir uns an die Weltmeisterschaften in Zürich im vergangenen September, an einen Tag, der für immer in die Radsportgeschichte eingehen wird. Tadej Pogacar vervollständigte seine außergewöhnliche Triple Crown, indem er sich das Regenbogentrikot der Weltmeisterschaft sicherte und damit eine Saison krönte, in der er die Tour de France, den Girod'Italia und die Weltmeisterschaft gewann.
Doch während Pogacars Sieg die Schlagzeilen beherrschte, setzte auch ein anderer aufstrebender Star in Zürich ein Zeichen. Der 21-jährige Spanier Iván Romeo gewann das U23-Zeitfahren und kündigte sich selbst als einen Namen an, den man in Zukunft im Auge behalten sollte. Der 1,90 Meter große Fahrer des Movistar-Teams wurde außerdem Neunter im U23-Straßenrennen und zeigte der Welt, dass er ein ernst zu nehmendes Talent ist.
Im Jahr 2025 beweist Romeo bereits, dass sein Erfolg in der U23-Rangliste kein Zufall war. Ein Etappensieg bei der Volta a la Comunitat Valenciana und ein 4. Platz bei der UAE Tour, wo er auch die Wertung des besten Nachwuchsfahrers gewann, haben seinen Platz unter den vielversprechendsten Talenten des Radsports bestätigt.

Romeos Einstellung zum Radsport ist erfrischend einzigartig. Während die meisten jungen Fahrer mit dem Idol der Radsportlegenden aufwachsen, kommt seine Inspiration aus einer anderen Welt.
"Meine Vorbilder waren Basketballer, weil sie eine ähnliche Mentalität haben wie ich. Der Radsport ist sehr bescheiden, deshalb fühle ich mich ein bisschen mehr als Basketballer. Ich glaube, das fehlt uns ein bisschen im Radsport", sagte er gegenüber Rouleur.
Diese Mentalität spiegelt sich auch in seiner Herangehensweise an Training und Rennen wider. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, die sich voll und ganz auf die strenge Struktur des Sports einlassen, glaubt Romeo, dass der Schlüssel zum Erfolg darin liegt, den Spaß am Radsport zu erhalten.
"Ich versuche, den Spaß am Radsport zu erhalten. Ich denke, dass wir im Allgemeinen zu ernst sind, mit Trainingslagern und ähnlichen Dingen. Manchmal hat man keinen Spaß daran."
Für Romeo steht der Genuss in direktem Zusammenhang mit der Leistung. "Wenn ich in der Höhe trainiere, mein Essen abwiege und super konzentriert bin, bin ich gestresst und deshalb nicht gut auf dem Rad. Wenn ich zu Hause bin, mit meinen Freunden trainiere und Spaß habe, geht es mir besser. Ich könnte ein Kilo schwerer sein, aber dann bin ich ein besserer Radfahrer."
Diese Philosophie steht im Gegensatz zu dem zunehmend wissenschaftlichen und datengesteuerten Ansatz im modernen Radsport. Während strukturiertes Training und marginale Verbesserungen zu signifikanten Leistungssteigerungen im Sport geführt haben, unterstreichen Romeos Kommentare die Bedeutung mentaler Stärke und wie diese mit seiner Spitzenleistung einhergeht.
Romeos Vorbereitung auf seinen U23-Weltmeistertitel im Zeitfahren war so unorthodox wie seine Denkweise. Anstatt einem ausgefeilten Hightech-Trainingsplan zu folgen, hielt er die Dinge einfach.
"Ich war zwei Wochen lang mit meinem Vater dort. Ich erinnere mich, dass ich an einem Tag zwei Stunden Zeit hatte. Dann fuhr ich einen fünf Kilometer langen Rundkurs mit einer sehr schwierigen Abfahrt darin. Ich bin diese Runde fünfzehn Mal gefahren, und mein Vater stand unten, um mir zu sagen, ob irgendwelche Autos kommen."
Für Romeo ist es diese Einfachheit, die den Radsport ausmacht. Das Rennen selbst war ein Moment der völligen Konzentration, frei von Ablenkungen.
"Während des Zeitfahrens hatte ich nichts im Kopf. Mein Hirn musste nichts tun, nur meine Beine."
Romeo ist in Valladolid aufgewachsen und ist der Meinung, dass seine Heimatstadt das perfekte Umfeld bot, um seine Fähigkeiten im Zeitfahren zu verbessern.
"Wo ich herkomme, in Valladolid, ist der beste Ort, um für ein Zeitfahren zu trainieren. Dort haben wir sehr lange, gerade Straßen. Wenn man sowohl das Zeitfahren als auch seine mentale Stärke trainieren will, geht man dorthin. Die Landschaften sind alle gleich. Außerdem weht dort oft Wind, was ebenfalls hilfreich ist."
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Romeos frühe Ergebnisse aus dem Jahr 2025 haben bewiesen, dass er mehr als fähig ist, mit den Besten im Profi-Peloton mitzuhalten. Sein Etappensieg bei der Volta a la Comunitat Valenciana war ein wichtiger Moment in seiner noch jungen Karriere.
"Als ich dort ein Rennen fuhr, fühlte es sich anders an, weil ich mich zu Hause fühlte", sagte er über den Sieg in seinem Heimatland. "Auch wenn ich damals verrückte Sachen gemacht habe, fühlte es sich wie Training an, als hätte ich es schon einmal gemacht."
In seiner Heimat kommt das Beste in ihm zum Vorschein, aber seine Leistung bei der UAE Tour war wohl noch beeindruckender. Mit dem 4. Platz hinter Pogacar und dem Gewinn der Wertung des besten Nachwuchsfahrers hat er bewiesen, dass er bereits in der Lage ist, in einem WorldTour-Etappenrennen mitzuhalten.
Auf höchstem Niveau zu fahren bedeutet, gegen die Elite des Sports anzutreten, und für Romeo bedeutete das, bei derUAE Tour gegen Tadej Pogacar anzutreten. Diese Erfahrung hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
"Wenn man mit anderen Fahrern in seiner Nähe fährt, und auch mit anderen großartigen Fahrern, fühlt es sich ein bisschen so an: 'Was ist hier los? Das ist seltsam.'"
Romeo hat kurz versucht, dem Rad von Pogacar zu folgen, hat aber schnell gemerkt, wie groß die Herausforderung ist. Keine Sorge, er ist sicher nicht der erste, der auf die harte Tour herausfindet, warum man Pog nicht folgen sollte!
"Sie haben gesehen, was damals passiert ist. Nach meiner Erfahrung kämpft man um den zweiten Platz, wenn man gegen Pogačar antritt. Trotzdem ist es schön zu sehen, auf welchem Niveau man ist, denn gegen ihn zu fahren, ist das Schwerste, was es gibt. Es gibt also einen guten Hinweis darauf, wo man steht."
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Dieser Moment der Reflexion ist bezeichnend. Anstatt sich von der Kluft zwischen ihm und Pogacar entmutigen zu lassen, sieht Romeo sie als Chance zum Wachstum, als Maßstab, nach dem er strebt.
Mit gerade einmal 21 Jahren befindet sich Ivan Romeos Karriere noch im Anfangsstadium, aber seine rasante Entwicklung lässt auf eine glänzende Zukunft schließen. Seine Kombination aus rohem Talent, einzigartiger Mentalität und der Bereitschaft, von den Besten zu lernen, hebt ihn von vielen seiner Altersgenossen ab.
Da das Movistar-Team stark in junge Talente investiert, hat Romeo die Möglichkeit, sich zu einem zukünftigen Grand-Tour-Teilnehmer oder zu einer dominanten Kraft bei Eintagesrennen zu entwickeln. Seine Fähigkeit, Zeitfahren auf Spitzenniveau zu fahren, und sein wachsendes Selbstvertrauen bei Etappenrennen machen ihn zu einem aufregenden Talent, das in mehreren Disziplinen erfolgreich sein könnte.
Wenn es ihm gelingt, seine Liebe zum Sport mit seinem Wettbewerbsdrang in Einklang zu bringen, gibt es allen Grund zu der Annahme, dass Romeo in den kommenden Jahren ein großer Name im Profiradsport sein wird. Seine bisherigen Ergebnisse im Jahr 2025 deuten darauf hin, dass sein Aufstieg gerade erst begonnen hat, und der spanische Radsport kann anfangen, sich zu freuen.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
- Sorry für meine Vertipper. Seltsam, dass man nichtmal 5 Minuten lang editieren kann.Wurm25-10-2026
- Ich bon etwas verwirrt, das ganze Jahr hieß es "Ineos hat mit Netcompany nen 100 Millionen Euro Fisch an Land gezogen. Plus das Total Enerfie Geld sollte doch genug vorhanden sein. Oder hat ne absurde Ablöse für Onley alles verbraucht? Dann sollte dwe Verantwortliche evtl gehangen werden ;)Wurm25-10-2026
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- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026









