„Es hat Blut, Schweiß und Tränen gekostet“ – Erleichterter Mathieu van der Poel besiegelt einen der dramatischsten Siege seiner Karriere bei der E3 Saxo Classic 2026

Radsport
Freitag, 27 März 2026 um 18:21
Mathieu van der Poel
Mathieu van der Poels dritter Sieg in Folge bei der E3 Saxo Classic sollte eine weitere Demonstration seiner Langstrecken-Überlegenheit werden. Stattdessen wurde es ein Ritt auf der Rasierklinge, der ihn bis an die absolute Grenze brachte.
Nach seiner Attacke am Paterberg und mehr als 40 Kilometern Alleinfahrt sah der Niederländer in den Schlusskilometern eine vermeintlich entscheidende Aktion zerbröseln, als eine vierköpfige Verfolgergruppe rasant näherkam. Auf der letzten Geraden war der Vorsprung auf einstellige Sekunden geschrumpft, der Ausgang plötzlich offen. „Am Ende habe ich’s geschafft, aber es hat Blut, Schweiß und Tränen gekostet“, sagte Van der Poel im Ziel, nachdem er in Harelbeke um Sekunden durchgehalten hatte.

„Ich hatte kein gutes Gefühl mehr dabei“

Lange wirkte Van der Poel im Finale souverän. Doch je näher das Ziel rückte, desto mehr geriet die Kontrolle ins Wanken. „Irgendwann hatte ich kein gutes Gefühl mehr dabei. Ich bin einfach weiter meine Watt gefahren. Etwa einen Kilometer vor dem Ziel dachte ich, sie holen mich.“
Die Verfolger, vor allem angetrieben von Florian Vermeersch, schrumpften den Abstand Meter um Meter und bekamen Van der Poel voll ins Blickfeld. Aus einer Machtdemonstration wurde ein Härtetest, der den Niederländer tiefer graben ließ als erwartet. „Ich wusste, dass ich nicht mehr sprinten kann, also bin ich einfach sitzen geblieben und so hart wie möglich bis ins Ziel gefahren.“

Von Dominanz zu Überleben in den letzten Kilometern

Der entscheidende Moment des Rennens hatte deutlich früher begonnen, als Van der Poel am Paterberg attackierte, seine Rivalen distanzierte und sich klar zur Solo-Nummer bekannte. Diese Initiative schien das Rennen zunächst zu entscheiden, zumal das Feld zögerte und keine strukturierte Verfolgung zustande kam.
Doch die späte Bildung einer vierköpfigen Gruppe dahinter änderte alles.
Mit besserer Zusammenarbeit und rapide fallender Lücke kippte die Dynamik von Kontrolle zu Krise. Wenige Kilometer vor dem Ziel wurde das Einholen greifbar. „Es gab wirklich einen Moment, in dem ich dachte, ich werde Fünfter. Ich weiß, wie hart es ist, hier allein zu fahren.“
Diese Furcht spiegelte die Lage wider. Nach mehr als 40 Kilometern an der Spitze forderte der Aufwand seinen Tribut, just als die Verfolger Fahrt aufnahmen.
Am Ende entschieden nicht nur die Beine, sondern auch der Moment des Zögerns dahinter. Als die vier Verfolger bis auf Tuchfühlung herankamen, stockte ihre Zusammenarbeit im kritischen Augenblick. Diese kurze Pause reichte Van der Poel, um einen schmalen Vorsprung zu retten und die Linie knapp vor den Jägern zu erreichen. Nach mehr als 40 Kilometern Solo machte er gerade genug.
Klatscht 1Besucher 1
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading