Ergebnisse Giro d’Italia 2026, Etappe 14 – Jonas Vingegaard erobert erstes Rosa Trikot seiner Karriere und Arensman stärker als Felix Gall
Radsport
Jonas Vingegaard riss auf der 14. Etappe des Giro d’Italia 2026 endlich die Maglia Rosa von Afonso Eulalios Schultern und holte nach einem brutalen Bergtag im Aostatal seinen dritten Etappensieg, nachdem Team Visma | Lease a Bike das Peloton systematisch zermürbt hatte.
Der Däne griff am Schlussanstieg nach Pila knapp fünf Kilometer vor dem Ziel an, nachdem seine Mannschaft fast den gesamten Tag kontrolliert hatte, und fuhr solo zum Etappenerfolg sowie erstmals ins Giro-Leadertrikot. Felix Gall begrenzte dahinter den Schaden, doch Eulalio brach nach mehr als einer Woche in Rosa früh am Anstieg ein und beendete damit eine der bislang schönsten Geschichten dieses Rennens.
Visma übernimmt von Beginn an die Kontrolle
Etappe 14 begann mit Visma wie ein Team, das diesen Tag lange vor Erreichen des Aostatals rot im Kalender markiert hatte. Kaum aus Aosta hinaus stieg die Straße an, und Vingegaards Team setzte sich sofort an die Spitze, statt eine lose Ausreißerphase zuzulassen.
Der Col Saint-Barthélemy kam früh, und der erste Anstieg tat sofort weh. Jonathan Milan gehörte zu den Abgehängten, während Christian Scaroni ebenfalls zu kämpfen begann und später aufgab. Der XDS Astana-Fahrer litt unter akuten Entzündungen im Rachen- und Atemwegsbereich sowie Fieber und beendete einen bis dahin starken Giro auf bittere Weise.
Nach einer aggressiven Eröffnungsphase formierte sich schließlich eine große Gruppe, besonders Movistar und UAE Team Emirates-XRG waren aktiv. Movistar brachte Enric Mas, Juan Pedro Lopez, Lorenzo Milesi und Einer Rubio nach vorn, bei UAE gingen Igor Arrieta, Jan Christen und Jhonatan Narvaez mit. Giulio Ciccone, Aleksandr Wlasow, Jan Hirt, David De La Cruz, Mark Donovan, Wout Poels, Andreas Leknessund, Johannes Kulset und Jardi Christiaan van der Lee zählten ebenfalls zu den prägenden Namen.
Es war eine starke Gruppe, aber keine, die Visma weit ziehen lassen wollte. Die Lücke blieb im Mittelteil in Reichweite, mit einem langen Zug von Tim Rex an der Spitze, bevor Bart Lemmen und Victor Campenaerts später übernahmen.
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Ciccone und Narvaez setzen aus der Flucht Akzente
Die Ausreißer prägten vor dem Schlussanstieg dennoch die Wertungskämpfe. Ciccone nutzte die Gruppe, um sich in den Kampf um das Bergtrikot zu werfen, nachdem er den Tag mit nur drei Punkten begonnen hatte.
Van der Lee holte die Maximalpunkte am Saint-Barthélemy, nachdem er sich mit Christen abgesetzt hatte, bevor Arrieta am Doues kräftig punktete. Ciccone zog dann nahe der Passhöhe von Lin Noir an Van der Lee vorbei und kassierte die vollen 40 Punkte, gefolgt von einem weiteren Maximum auf dem Verrogne vor Arrieta.
Auch Narvaez griff in der Flucht in die Punktewertung ein. Bereits dreifacher Etappensieger in diesem Giro, sicherte sich der UAE-Fahrer beim Zwischensprint in Roisan die vollen Zähler und zog in der virtuellen Maglia-Ciclamino-Wertung um einen Punkt an Paul Magnier vorbei.
War das erledigt, ließ sich Narvaez aus der Gruppe zurückfallen. Ciccone trieb die Flucht weiter voran, doch mit Vismas fester Hand im Feld schwand die Chance auf den Ausreißersieg zusehends.

Jonas Vingegaard ahead of stage 14 at the 2026 Giro d'Italia
Eulalio bricht an der Pila ein, während Visma die Schraube anzieht
Beim Anlauf nach Pila war vom frühen Polster der Flucht wenig übrig. Rubio, Mas, Hirt, Ciccone, Wlasow, Poels und Arrieta hielten sich noch vorn, doch der Vorsprung schmolz rapide.
Der Schlussanstieg begann mit der Gruppe noch voraus, aber nicht in sicherer Distanz. David De La Cruz sammelte am Red-Bull-Kilometer vier Bonifikationssekunden ein, doch sobald die Steigung ernst wurde, brach der Vorteil ein.
Campenaerts trieb die Favoritengruppe am unteren Teil, bevor Sepp Kuss übernahm und das Tempo anhob. Ben O’Connor war der erste Top-10-Fahrer, der den Anschluss verlor, und kurz darauf brach Eulalio rund neun Kilometer vor dem Ziel ein.
Der Portugiese fiel gemeinsam mit Derek Gee-West und Mathys Rondel zurück, ehe er auch die beiden ziehen lassen musste. Nach mehr als einer Woche in Rosa zerfiel Eulalios Verteidigung an dem Anstieg, den Visma den ganzen Tag über vorbereitet hatte.
Vorne versuchte Poels kurz, die Flucht mit Ciccone wiederzubeleben, doch die Favoriten kamen schnell näher. Rubio, Mas und Hirt gehörten zu den stärksten Verbliebenen, doch ihr Vorsprung war nahezu dahin.
Vingegaard attackiert nach Piganzolis Schlussführung
Kuss beendete seine Arbeit bei etwa 6,5 Kilometern Restdistanz, dann übernahm Davide Piganzoli. Der junge Italiener bereitete Vingegaard die Rampe, während die Gruppe der Klassementfahrer weiter ausdünnte.
Felix Gall, Gregor Mühlberger, Egan Bernal, Thymen Arensman, Jai Hindley, Michael Storer und Giulio Pellizzari waren noch dabei, als Piganzoli seinen Zug begann. Pellizzari hielt sich trotz mehrerer Krankheitstage lange, verlor aber kurz vor dem Einholen der Spitze den Kontakt.
Ciccone setzte mit Rubio noch eine letzte Attacke, doch die Aktion wurde fünf Kilometer vor dem Ziel neutralisiert. Fast im selben Moment wurde aus dem GC-Kampf der Kampf um den Etappensieg.
Vingegaard lancierte 4,6 Kilometer vor dem Ziel. Gall versuchte nicht, die erste Beschleunigung mitzugehen, regelte sein eigenes Tempo und ließ die Lücke schnell aufgehen.
Hinter dem Dänen zerfiel der Anstieg in Einzelduelle. Gall folgte hinter Vingegaard, Piganzoli versuchte nach seiner Führung am Österreicher zu bleiben. Dahinter Hindley, gefolgt von Arensman, Pellizzari und Storer weiter zurück.
Vingegaard fuhr seinen engsten Rivalen keine Minuten ab, doch das musste er auch nicht. Gall begrenzte die Verluste ausreichend für seine Podiumsjagd, dennoch gehörte der Tag Visma und seinem Kapitän. Nach Tagen des Wartens, der Fragen und knapper Entscheidungen erreichte Vingegaard Pila mit dem dritten Giro-Etappensieg und seiner ersten Maglia Rosa.

Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.
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- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
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