„Er ist ein Cancellara der alten Schule“ – Campenaerts zollt Giro-Etappensieger nach Überraschungsangriff großes Lob

Radsport
Samstag, 23 Mai 2026 um 11:45
Victor Campenaerts
Etappensieger der Giro d’Italia, Alec Segaert, hat etwas von Fabian Cancellara. Das sagt sein ehemaliger Teamkollege und Landsmann Victor Campenaerts, der den jungen Fahrer nach dessen beeindruckendem Auftritt in dieser Woche in den höchsten Tönen lobte.
Bahrain Victorious setzte seinen Traum-Giro am Donnerstag in Novi Ligure mit einem Etappensieg fort nach einem atemlosen Finale, in dem sich der kraftvolle Belgier rund 3,5 Kilometer vor dem Ziel aus dem Peloton löste und damit den Plan der Allround-Sprinterteams durchkreuzte, die zuvor hart gearbeitet hatten, um die Sprinter unter Druck zu setzen.
Als Segaert attackierte, führte Campenaerts’ Team Visma | Lease a Bike das Feld an, um Gesamtklassmentsmann Jonas Vingegaard sicher ins Ziel zu bringen. Segaert war keine Gefahr für das Rosa Trikot, entsprechend hatte Visma nicht vor, ihn zurückzuholen.
„Nein, wir hatten nicht die Absicht, Alec einzufangen, sondern in der sicheren Zone zu bleiben“, sagte Campenaerts bei Sporza. „Sicher ist oft vorne, und dort waren wir. Aber ehrlich: Viel schneller konnte ich auch nicht fahren.“
Er ergänzte: „Wir wussten ganz genau, dass Alec für die Gesamtwertung keine Gefahr mehr darstellt. Für uns war das also zweitrangig. Das Finale war hart, und Alec war klar der Stärkste.“

Vergleich mit Fabian Cancellara

Fabian Cancellara war berühmt für seine Zeitfahrstärke und seinen mächtigen Motor, trug viermal das Weltmeistertrikot und übersetzte das in große Erfolge: acht Tour-de-France-Etappen und sieben Monumente in einer glanzvollen Karriere bis zu seinem Rücktritt 2016.
Segaert zog nun einen Coup direkt aus dem Handbuch der Schweizer Legende: Er fuhr dem gesamten Peloton mit purer Kraft davon. Campenaerts war der Erste, der den Vergleich zog.
„Er ist ein Old-School-Cancellara, der sich einer Peloton-Sprintankunft entziehen kann. Das weiß inzwischen jeder. Offenbar fehlten den Sprinter-Teams einfach die Beine.“
Die Wege der beiden kreuzten sich kurz bei Lotto Dstny 2023 und 2024, als Segaert ins Profi-Lager aufstieg – auch wenn Campenaerts anmerkte, dass sie vor seinem Abschied selten gemeinsam im Einsatz waren.
Er fügte hinzu: „Wir sind nicht extrem viele Rennen zusammen gefahren. Ich habe aber gesehen, wie er Profi wurde. Seine stetige Entwicklung hat ihn zu dem gemacht, der er heute ist.“
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