Tadej Pogacar ist auf belgischem Boden gelandet, bereit für eine der größten Herausforderungen der Saison: die
Flandern-Rundfahrt an diesem Sonntag, dem 05.04.2026. Zuvor sprach er über mehrere Themen, darunter die Teilnahme von
Remco Evenepoel.
Pogacar vor der Flandern-Rundfahrt über Form und Rivalen
Das slowenische Phänomen reist mit dem Ziel an, zum dritten Mal die „Ronde“ zu gewinnen – und sich damit in eine Reihe mit Legenden wie Achiel Buysse, Fiorenzo Magni, Eric Leman, Johan Museeuw, Tom Boonen, Fabian Cancellara und Mathieu van der Poel zu stellen. Zudem äußerte er sich zu Remco Evenepoels Start.
In einem Interview mit
Sporza’s Vive le Vélo erklärte er seine Gefühlslage kurz vor dem Rennen: „Ich kann es nicht erwarten, am Sonntag zu starten. Schon am Flughafen habe ich die Begeisterung der Fans gespürt. Die Leute warteten auf Autogramme und Fotos. Plötzlich fühlt man, dass man wieder im Land des Rennens ist.“ Die Emotion und die Bindung zum belgischen Publikum scheinen ihn aufzuladen – eine Erinnerung daran, dass er bei einem der ikonischsten Termine des Sports ist.
Mit Blick auf seine ersten Erfahrungen beim flämischen Monument betonte Pogacar die Dichte der Atmosphäre: „Es war wirklich unglaublich, wie viel Stimmung auf der Strecke war und wie viele Menschen zu all diesen Anstiegen kommen.“ Die Leidenschaft der Zuschauer und die Härte des Terrains treiben ihn an. Jeder Kilometer in Flandern verlangt Fokus, Kraft und Taktik. Diese Erinnerungen haben auch seine Verbindung zu den Fans vertieft und seinen Status als einer der Großen seiner Generation gefestigt.
In der Vorbereitung klang Pogacar ruhig und gefestigt: „Ich denke und hoffe, dass ich bereit bin. Ich habe gut trainiert und nach Sanremo etwas abgeschaltet. Mein Sturz dort? Der war heftig, aber ich hatte keine tiefen Wunden. Also hat es mich nicht lange beeinträchtigt.“ Er macht klar, dass die Erholung schnell verlief und seine Form ausreicht, um Flanderns fordernde Straßen zu meistern. Disziplin und Kontrolle in der Vorbereitung spiegeln Erfahrung und Siegermentalität.
Abseits der eigenen Form hat Pogacar auch Team und Umfeld im Blick. Über seinen loyalen Leutnant Florian Vermeersch, der ihn in der Sendung begleitete, sagte er: „Das waren sehr interessante Rennen. Florian war stark. Ich habe immer geschaut, dass ich rechtzeitig vom Training zurück bin, um zu sehen – oder ich habe das Rennen später zurückgespult.“ Ihre Verbundenheit zeigt sich auch im scherzhaften Ton: „Was ich ihm geschrieben habe? ‚Warum gewinnst du nicht?‘, habe ich meinem Teamkollegen im Spaß geschickt.“
Pogacar ergänzt, dass Vermeersch stets positiv antwortet: „Nein, er gratuliert mir immer und schickt positive Kommentare. Im Moment ist er ein großartiger Teamkollege.“ Diese Kameradschaft ist in langen, taktisch komplexen Rennen entscheidend, in denen gegenseitige Unterstützung den Ausschlag geben kann.
Remco Evenepoel wird bei der Flandern-Rundfahrt 2026 am Start stehen
Remco Evenepoels Überraschung
Zur Konkurrenz räumt Pogacar ein, dass Fahrer wie Remco Evenepoel zusätzliche Motivation und Unwägbarkeiten mitbringen: „Ich war von Evenepoels Teilnahme etwas überrascht, aber gleichzeitig nicht. Ich hatte die Gerüchte schon eine Weile gehört. Er hat es am 1. April angekündigt, vielleicht war es ein Scherz. Nein, es ist gut, ihn am Sonntag an der Startlinie zu sehen.“ Die Rivalität mit anderen großen Namen schärft seinen Ehrgeiz und unterstreicht, dass jeder Sieg in Flandern besonderes Gewicht hat.
Zum Schluss blickt Pogacar auf Antrieb und künftige Ziele: „Im Moment genieße ich den Augenblick. Und es gibt noch Ziele, die ich erreichen will. Aber ich weiß, dass die Motivation in den kommenden Jahren nachlassen wird. Also müssen wir irgendwie einen Weg finden, motiviert zu bleiben.“ Vorerst ist seine Begeisterung ungebrochen, und seine Ankunft in Belgien bereitet die Bühne für einen hochklassigen Sonntag – mit großer Dramatik und einer Talentschau auf Flanderns Pflaster und Anstiegen.