Der steile Aufstieg des erst 19-jährigen
Paul Seixas entfacht die Radsportwelt. Während Fans seinem Tour-de-France-Debüt im Juli entgegenfiebern und rätseln, wie viel der Teenager noch zulegen kann, gilt es als unfair, andere junge Talente mit Seixas zu vergleichen.
Zumindest sieht das Lotto-Intermarché so. Das belgische Team, Heimat eines weiteren Top-Prospekts mit
Jarno Widar, betont, dass sich nicht alle Fahrer gleich schnell entwickeln und zu hohe Erwartungen dem jeweiligen Athleten schaden können.
Widar bereitet sein Comeback vor, nachdem ihn eine Knieverletzung zu einer frustrierenden Pause gezwungen hat. Der Belgier, der Seixas bei zwei Bergetappen der letztjährigen Tour de l'Avenir schlug, kehrt zu den Grundlagen zurück, während Seixas im Höhenflug dem Grand Départ der Tour de France im Juli entgegensteuert.
Seixas-Vergleich „nicht fair“
„Ein Vergleich mit Seixas ist nicht fair“, sagte Lotto-Intermarché-Sportmanager Kurt Van de Wouwer gegenüber
Het Nieuwsblad. „Nicht jeder entwickelt sich im selben Tempo. Wir müssen aufpassen, die Latte für Jarno nicht zu früh zu hoch zu legen, damit er sich in seinem eigenen Rhythmus entwickeln kann.“
Widar ist seit Februar ohne Rennen, nachdem er sich bei einem Trainingsvorfall mit Autokontakt am linken Knie verletzte. Eine Erkrankung zwang ihn zunächst zum Verzicht auf die Ardèche Classic, die Verletzung kostete ihn anschließend die Drôme Classic und weitere Frühlingsziele wie Strade Bianche und die Ardennen-Klassiker.
Van de Wouwer bestätigte, dass eine Operation im Raum stand: „Sein linkes Knie war so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass es zu Schwellungen kam und dadurch Reibung entstand. Eine Operation wurde erwogen, aber die wollten wir vermeiden. Also blieb Jarno und dem Team nur Geduld.“
Widar und Lotto-Intermarché setzen auf Geduld
Die Zeit arbeitet jedoch für Widar, wie sein Sportdirektor bekräftigte. Das belgische Team ist überzeugt, dass der Belgier davon profitieren wird.
„In einer Leistungssportumgebung ruhig zu bleiben, ist nicht leicht – erst recht nicht mit 20“, ergänzte er. „Aber Jarno hat schnell verstanden, dass er nichts überstürzen darf.“
Widar peilt sein Comeback beim GP Gippingen an, gefolgt von der Tour de Suisse. Läuft alles nach Plan, folgt ein Höhentrainingslager, bevor die zweite Saisonhälfte bewertet wird – inklusive der Option auf ein Grand-Tour-Debüt bei der Vuelta a Espana.