„Das Rennen wird sich stark verändern“ – Tadej Pogacars Vuelta-Ausstieg eröffnet den Gesamtwertungsanwärtern eine neue Realität

Radsport
Sonntag, 30 August 2026 um 13:40
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José Joaquín Rojas, Sportdirektor des Movistar Team, bewertete vor Etappe 9 der Vuelta a España 2026 das neue Szenario für die Telefónica-Equipe nach dem Ausstieg von Tadej Pogacar. Der Ausfall des überragenden Favoriten auf Etappe 8 hebt Enric Mas ins Rote Trikot und stellt das spanische Team vor eine völlig andere Ausgangslage.
Rojas verbarg seine Trauer über Pogacars Aufgabe nicht, auch wenn Movistar zu den Hauptnutznießern zählt. „Ein echter Jammer, vor allem, einen Fahrer wie Pogacar zu verlieren. Niemand will ihn so aus dem Rennen gehen sehen“, sagte der Sportdirektor.
„Ich finde, es ist ein trauriger Tag, ein bisschen bittersüß für den Radsport. Diesmal sind wir vorn rausgekommen, vor allem weil wir ohnehin im Rennen waren und am Ende die Arbeit der letzten Jahre jetzt Früchte trägt“, ergänzte er.
Mit Enric Mas an der Spitze der Gesamtwertung rückt nun eine defensivere Herangehensweise in den Fokus. Rojas räumt ein, dass sich das Briefing vor Etappe 9 nicht grundlegend ändert, da die wichtigsten GK-Gegner dieselben bleiben.
Tadej Pogacar taucht nach seinem Sturz bei der Vuelta wieder auf
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Ohne Pogacar ist die Vuelta für die GK-Anwärter deutlich offener

„Unser Kampf war immer mit Félix Garth, mit Robles, mit Odley. Am Ende müssen wir uns gegen dieselben Fahrer verteidigen“, sagte der Sportdirektor, der volles Vertrauen in die Form von Enric Mas hat.
Der Spanier hatte in Alicante bereits gute Beine gezeigt, und Movistar ist bereit für einen Tag, den das Team besonders gut kennt. „Enric hat dort in Alicante gezeigt, dass er sehr, sehr gut ist. Heute ist ein Tag, den wir kennen; wir sind ihn im Trainingslager abgefahren. Es ist Terrain, das wir oft gefahren sind“, erklärte Rojas.
Das Ziel ist daher klar: die Führung von Enric Mas mit allen verfügbaren Mitteln verteidigen. „Wir kennen es in- und auswendig, also werden wir es mit Zähnen und Klauen verteidigen“, schloss er.
Pogacars Abwesenheit betrifft nicht nur das Movistar Team. Sie verändert die Dynamik des Rennens grundlegend. UAE Team Emirates XRG hatte die Vuelta bislang fest im Griff, mit dem Slowenen als größter Bedrohung für die übrigen Anwärter.
Rojas glaubt, dass es nun deutlich mehr Freiheiten für Angriffe geben wird. „Das Rennen wird sich stark verändern, vor allem weil man weiß, dass die UAE-Fahrweise ist, alles so kontrolliert wie möglich, so kompakt wie möglich zu halten, immer mit der Option, dass Tadej gewinnt“, erklärte er.

Movistar setzt auf eine andere Strategie

Ohne Pogacar muss Movistar eine andere Strategie wählen. Der Sportdirektor gibt zu, dass das Team das Rennen nicht so fahren kann wie die kraftvolle UAE: „Wir haben nicht das Superteam, das Tadej hat. Wir müssen daran denken, die Führung zu verteidigen, nicht daran, Etappen zu gewinnen.“
Dieser letzte Gedanke fasst die neue Vuelta-Lage treffend zusammen. Ohne Pogacar hat Enric Mas die Chance, das Rote Trikot zu verteidigen, doch das Movistar Team weiß auch, dass es im Feld viel Verantwortung tragen muss.
Gleichzeitig öffnet das Fehlen der dominanten Figur die Tür für deutlich unberechenbarere Etappen. „Es öffnet wirklich das Fenster, damit mehr Fahrer Etappen gewinnen können“, schloss Rojas.
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