„Wie kann ich das auf mich beziehen?“ – Zonneveld macht sich über Pogačars EM-Heimkehr lustig und hebt Evenepoels Siegermentalität hervor

Radsport
Tadej Pogacar and Remco Evenepoel
Tadej Pogačar stand zwar nicht mit Startnummer beim Straßenrennen der Elite-Männer der Europameisterschaften 2026 am Start, doch der Ex-Weltmeister prägte die Szenerie in Slowenien bei seiner Heimkehr dennoch mit.
Das Rennen führte durch seine Heimatstadt, und der UAE Team Emirates - XRG-Profi hatte alles darangesetzt, nach seiner Verletzung früh zurückzukehren für das seit Langem angepeilte Rennen. Da die Titelkämpfe nach der Schlüsselbein-OP jedoch zu früh kamen, musste Pogačar das Rennen diesmal als Fan verfolgen.
Live-Bilder zeigten ihn winkend im Organisationsfahrzeug, während die Fans einen Blick auf den fünffachen Toursieger erhaschten, der das Geschehen aus einer anderen Perspektive verfolgte. Analyst Thijs Zonneveld freute sich zwar über seine Anreise, konnte sich aber einen kleinen Seitenhieb auf den aufmerksamkeitsstarken Auftritt nicht verkneifen.
„Einerseits war es schön, dass er da war, andererseits dachte ich: ‚Wie kann ich das zu meiner Sache machen‘-Vibes“, sagte Zonneveld im Podcast In de Waaier.
„Ich denke, die Organisation hat ihn gebeten. Der rote Teppich zum EM-Titel war für ihn ausgerollt.“
Tadej Pogačar spricht
Tadej Pogačar spricht beim Rennen mit den Medien

Zonneveld über Ciccones Taktik

In seiner Rennanalyse fand der Niederländer, dass Giulio Ciccone seine Chancen erhöht hätte, wenn er auf der Schlussrunde weniger mit Remco Evenepoel kollaboriert hätte. Er zog den Vergleich zu Kasia Niewiadoma, die vor einem WM-Sprint für Demi Vollering Tempo macht und damit der Niederländerin entgegenkommt.
Im Sprint setzte sich Evenepoel gegen den Italiener durch, auch wenn Ciccone das Zielphoto anzweifelt. Zonneveld hätte ihn dennoch gern als Europameister gesehen.
„Warum überhaupt Führungsarbeit übernehmen? Einfach im Hinterrad bleiben. Das war ein bisschen so, wie Niewiadoma es auch macht. Ciccone wirft sein Rad nicht gut nach vorn. Evenepoel kann das deutlich besser.
„Wir hätten es schön gefunden, wenn er Europameister geworden wäre. Es ist aber auch unterhaltsam, wenn er nicht gewinnt; dann zerlegt er fast den Lenker in zwei Hälften.“

Remco mit Siegermentalität

Beim neuen Europameister fiel Zonneveld auf, wie Evenepoel die Enttäuschung von Montreal wegsteckte und in Slowenien eindrucksvoll zurückschlug.
„Evenepoel ist etwas schwerer als bei der Tour. Beim GP Montreal und bei der WM fehlte ihm am Berg etwas.
„Er sagte, nach der WM sei er niedergeschlagen gewesen; ich finde es stark, dass er das offen zugibt. Und dann eine Woche später so zurückzukommen. Es ist wirklich bemerkenswert, wozu er mental fähig ist. Diese echte Siegermentalität. Dieses Zurückschlagen legt noch eine Schicht obendrauf.“
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