VORSCHAU | Tour de Romandie 2025 - Wird Remco Evenepoel sein erstes Etappenrennen der Saison gewinnen?
Radsport
Die Tour de Romandie wird das letzte Etappenrennen des Frühjahrs und das letzte vor dem Giro d'Italia sein. Das Rennen in der Schweiz zieht jedes Jahr einige der besten Etappenfahrer der Welt an, da es mit Kletter- und Zeitfahrprüfungen aufwartet, und dieses Jahr wird keine Ausnahme sein. Wir werfen einen Blick auf das bevorstehende Rennen.
Das Rennen wird mit einem kurzen und explosiven Prolog in Saint-Imier eröffnet. Heutzutage ist es nicht mehr üblich, ein so kleines Zeitfahren auf WorldTour-Ebene zu haben, aber das Schweizer Rennen behält seine Tradition bei und wird in den kommenden Tagen einige Lücken aufreißen.

Prolog: Saint-Imier - Saint-Imier, 3,4 Kilometer
Die 1. Etappe ist einer der ungewöhnlichsten Tage im diesjährigen WorldTour-Kalender, aber sie könnte für sehr spannende Rennen sorgen. Die Etappe beginnt mit einem 1,7 Kilometer langen Anstieg mit 10 % Steigung, und in den ersten zwei Dritteln der Etappe gibt es mehrere kurze und steile Anstiege (der letzte ist 3 Kilometer lang und 12 % steil). Die letzten Kilometer sind dann hügelig, bevor das Ziel in Freiburg auf einer Anhöhe liegt,

Etappe 1: Münchenstein - Fribourg, 194,6 Kilometer
Etappe 2 ist ein weiterer sehr harter Tag mit zwei recht steilen Anstiegen, die allerdings länger sind und sich besser für die Kletterer eignen. Die Fahrer müssen erneut den Anstieg nach Chaumont bewältigen, wo die Gesamtwertung unweit des flachen Ziels in Saint-Aubin Sauges entschieden werden kann.

Etappe 2: Bevaix - Saint-Aubin-Sauges, 156,9 Kilometer
Die 3. Etappe ist vielleicht die leichteste Etappe des Rennens, die kein Zeitfahren ist, aber sie bietet dennoch die Möglichkeit für Unterschiede. Den ganzen Tag über geht es bergauf und bergab, aber ohne nennenswerte Steigung. Aber dann klettern sie hinauf zur Ziellinie in Cossonay, die 2,2 Kilometer lang ist und 5,7 % aufweist.

Etappe 3: Cossonay - Cossonay, 183 Kilometer
Die Königsetappe, ohne Zweifel. Auf nur 128 Kilometern sind 4100 Höhenmeter zu bewältigen. Vier kategorisierte Anstiege sorgen für eine Aufwärmphase, aber zweifellos wird die Etappe (und vielleicht auch das Rennen) im mythischen Anstieg nach Thyon 2000 (20,2 Kilometer bei 7%) entschieden.

Etappe 4: Sitten - Thyon 2000, 128,3 Kilometer
So wie das Rennen begonnen hat, endet es auch mit einem Zeitfahren. Dieses ist 16,9 Kilometer lang und hat wirklich das Potenzial, bedeutende Unterschiede zu machen. Allerdings ist es kein flaches Rennen, denn der Start in Genève ist sehr technisch und bergauf, und auf der Strecke gibt es einen 3 Kilometer langen Anstieg.

Etappe 5 (ITT): Genève - Genève, 16,9 Kilometer
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Remco Evenepoel - Der Belgier ist auf dem Papier der Mann, den es zu schlagen gilt, aber seine Form wird ein Fragezeichen sein. Beim Brabantse Pijl und beim Amstel Gold Race sah er sehr stark aus und war nahe an seiner Bestform, aber seitdem hat er in den letzten Ardennen zu kämpfen. Seine Form wird immer ausreichen, damit er ein Anwärter auf ein Spitzenergebnis ist, aber natürlich erwarten die meisten Fans einen Sieg. Wenn er konstant ist, wird dies immer möglich sein, denn im Zeitfahren kann er großen Schaden anrichten;
João Almeida - Die UAE sind ein Team mit vielen Anführern, aber ich denke, dass die Hierarchie hier, anders als bei den meisten Rennen ohne Pogacar, klar ist. João Almeida hat gerade einen beeindruckenden Etappen- und Gesamtsieg bei der Baskenland-Rundfahrt Itzulia errungen, und nichts deutet darauf hin, dass seine Form zu diesem Zeitpunkt des Frühjahrs schlecht ist. In den Zeitfahren verteidigt er sich sehr gut gegen die Besten, und klettertechnisch hat er in letzter Zeit tolle Zahlen vorgelegt. Mit Jan Christen und Jay Vine im Rücken wird UAE auch gegen die Konkurrenz nicht im Nachteil sein;
INEOS - INEOS ist der Titelverteidiger in diesem Rennen, denn Carlos Rodríguez hatte ein sehr starkes Rennen - zwischen anderen ebenso beeindruckenden Rennen - aber dieses Jahr war bisher nicht das beste, da er bei der UAE Tour einen Schlüsselbeinbruch erlitt und erst in Lüttich wieder ins Renngeschehen eingriff. Dennoch war seine Leistung dort gut genug, um zu behaupten, dass seine Form stimmen könnte, und mit Laurens de Plus als Co-Leader hat das britische Team definitiv die Karten, die es auf den schweren Etappen ausspielen kann.
Lenny Martinez - Während der Ardennen begann der Franzose wieder seine Form zu zeigen, und obwohl er in den Zeitfahren unweigerlich viel Zeit und vielleicht auch den Gesamtsieg verlieren wird, ist ein Podium durchaus möglich, denn seine Kletterfähigkeiten sind hervorragend und er hat in dieser Saison auch schon eine gute Konstanz gezeigt. Bahrain wird ihn voll unterstützen, keine zweiten Karten, und an der Spitze kann er wie bei Paris-Nizza gewinnen;
Wir haben einen Lennert van Eetvelt, der mit einem gebrochenen Fuß fährt, David Gaudu und Aleksandr Vlasov, die auf dem Papier, in ihrer besten Form, Anwärter auf den Gesamtsieg wären, aber sie sind alle ein Fragezeichen, bis wir die Berge erreichen. Insgesamt haben wir viele Fahrer aus der zweiten Reihe, die eine gute Chance haben, ein starkes WorldTour-Ergebnis zu erzielen - oder UCI-Punkte - und es wird ein sehr interessantes Rennen, mit vielen Gesichtern, die wir nicht gewohnt sind, an der Spitze zu sehen.
Apropos UCI-Punkte: Astana bringt Clément Champoussin, Harold Tejada und Lorenzo Fortunato mit, die alle gute Kletterbeine haben und im Rennen ein gutes Ergebnis einfahren könnten; das Movistar-Wunderduo Pablo Castrillo und Iván Romeo, die ebenfalls gut abschneiden könnten, zumal es zwei Zeitfahren gibt; und dann noch viele andere wie Aurélien Paret-Peintre, Tao Geoghegan Hart, Juan Pedro López, Luke Plapp, Oscar Onley und Cristián Rodríguez.
Vorhersage Gesamtklassement Tour de Romandie 2025:
*** Remco Evenepoel, João Almeida
** Laurens de Plus, Carlos Rodríguez, Aleksandr Vlasov
* Lenny Martínez, Luke Plapp, Aleksandr Vlasov, Oscar Onley, Clément Champoussin, Harold Tejada, Lorenzo Fortunato, Pablo Castrillo, Iván Romeo, David Gaudu, Lennert van Eetvelt, Aurélien Paret-Peintre, Juan Pedro López
** Laurens de Plus, Carlos Rodríguez, Aleksandr Vlasov
* Lenny Martínez, Luke Plapp, Aleksandr Vlasov, Oscar Onley, Clément Champoussin, Harold Tejada, Lorenzo Fortunato, Pablo Castrillo, Iván Romeo, David Gaudu, Lennert van Eetvelt, Aurélien Paret-Peintre, Juan Pedro López
Auswahl: João Almeida
CONFÉRENCE DE PRESSE LEVER DE RIDEAU : la liste des équipes et des coureurs au départ pic.twitter.com/lVdkJy3J7R
— Tour de Romandie (@TourDeRomandie) April 23, 2025

Franco PerezRedakteur
Franco Perez ist seit 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de und arbeitet von Deutschland aus. Er berichtet über den professionellen Radsport mit Schwerpunkt auf der WorldTour, den großen Klassikern und den Grand Tours – darunter die Tour de France, der Giro d’Italia und La Vuelta a España – sowie über den internationalen Cyclocross-Kalender. Seine Arbeit umfasst Vorberichte und Rennberichte, in denen er Renndynamik, Taktik und Entwicklungen im Peloton klar und nachvollziehbar einordnet.
Neben eigenen Beiträgen unterstützt Franco die Redaktion vor allem redaktionell: Er überarbeitet Texte, strukturiert Inhalte und achtet auf Konsistenz und Qualität, damit Berichte präzise, verständlich und sachlich belastbar bleiben. In seiner redaktionellen Arbeit legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








