Der Massensturz im Finale der zwölften Etappe der Tour de France 2026 sorgt weiter für Diskussionen. Rund 800 Meter vor dem Ziel in Chalon-sur-Saône ging Fernando Gaviria nach einem leichten Kontakt mit dem Hinterrad von Vlad Van Mechelen zu Boden und riss mehrere Fahrer mit sich.
Während Tim Merlier seinen dritten Etappensieg feierte, füllte sich hinter ihm das Krankenlager. Jenno Berckmoes musste die Tour mit einem Schlüsselbeinbruch verlassen, auch Gaviria zog sich bei dem schweren Sturz eine Verletzung am Schlüsselbein zu.
Im Mittelpunkt der Debatte steht nun Van Mechelen. Der junge Belgier von Bahrain Victorious erklärte nach der Etappe, dass er den Auslöser des Unfalls zunächst gar nicht bemerkt habe.
Van Mechelen bemerkte nur den Kontakt am Hinterrad
„Ich habe nicht viel gesehen“, sagte Van Mechelen am Mannschaftsbus. „Ich habe nur einen Kontakt an meinem Hinterrad gespürt. Dadurch habe ich etwas Geschwindigkeit verloren.“
Erst als er sich nach dem Ziel umdrehte, erkannte er das Ausmaß des Sturzes hinter sich.
„Ich war mir nicht sicher, was passiert war. Ich bin schon erschrocken, als ich so viele Fahrer hinter mir zu Boden gehen sah. Erst als ich mir die Bilder im Bus ansah, erkannte ich, dass Gaviria mein Hinterrad berührt hatte.“
Gaviria befand sich mitten im Positionskampf für den Sprint, als es zu dem minimalen Kontakt kam. Bei einer Geschwindigkeit von mehr als 60 km/h reichte die kleine Berührung aus, um den Kolumbianer aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Mehrere Fahrer hinter ihm hatten keine Chance mehr auszuweichen. Innerhalb weniger Augenblicke entstand eine regelrechte Lawine aus stürzenden Fahrern.
Van Mechelen betonte, dass er aus seiner Sicht keine gefährliche Bewegung gemacht habe.
„Es ist schade, aber meiner Meinung nach habe ich kaum etwas verursacht und auf jeden Fall nichts falsch gemacht“, erklärte der Belgier. „Ich habe kein Manöver gemacht. Ich war einfach dabei, zur Ziellinie zu sprinten. In solchen Momenten können solche Dinge passieren.“
Die Rennjury bewertete die Situation jedoch anders. Van Mechelen wurde von Platz 17 auf Rang 144 zurückgestuft.
Damit machte die Jury deutlich, dass sie in seiner Fahrlinie einen entscheidenden Anteil am Unfall sah – auch wenn die Bewegung nur sehr klein gewesen sein soll.
Harte Folgen für Gaviria und Berckmoes
Für die betroffenen Fahrer hatte der Sturz schwere Konsequenzen. Gaviria musste die Tour nach der Diagnose eines gebrochenen linken Schlüsselbeins aufgeben.
Auch Berckmoes konnte das Rennen nicht fortsetzen. Für ihn endete die Tour ebenfalls mit einem Schlüsselbeinbruch.
Der Zwischenfall überschattete damit einen ohnehin hektischen Schlusspunkt der zwölften Etappe. Auf den letzten Kilometern hatten zahlreiche Teams um die besten Positionen gekämpft, während das hohe Tempo kaum Raum für Korrekturen ließ.
Van Mechelen sieht sich dennoch nicht als Verursacher des Massensturzes. Die Jury kam zu einem anderen Urteil – und machte ihn mit der Rückstufung zum sportlich Verantwortlichen für eine der schwersten Sturzsituationen dieser Tour.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
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Una multitudinaria caída en el sprint final termina con el colombiano con una 𝒇𝒓𝒂𝒄𝒕𝒖𝒓𝒂 𝒆𝒏 𝒔𝒖 𝒄𝒍𝒂𝒗𝒊́𝒄𝒖𝒍𝒂 𝒊𝒛𝒒𝒖𝒊𝒆𝒓𝒅𝒂.
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