Wenn es nicht die beiden Superstars
Tadej Pogacar und
Jonas Vingegaard gäbe, wäre Primož Roglič vermutlich der beste Gesamtklassementsfahrer der Zeit nach Chris Froome. Der Slowene hat bisher fünf Grand Tours gewonnen, doch die Tour de France könnte womöglich für immer außer Reichweite bleiben. Stört das Roglic? Nicht so sehr, wie man vielleicht denkt, erklärt seine Ehefrau Lora Roglic Klinc.
"Am Anfang, als wir noch keine Kinder hatten, war alles einfach. Ein Sieg folgte dem nächsten, und man denkt, das wird ewig so weitergehen. Aber das tut es nicht. Und mit der Zeit erkennt man: Es spielt überhaupt keine Rolle, ob man gewinnt oder nicht. Unser Leben wird nicht mit dem Ende von Primož’ Karriere enden. Wir vier – als Familie – werden zusammenbleiben, und das ist es, was wirklich zählt,“ sagt Lora Roglic anlässlich der Veröffentlichung ihres zweiten Buchs im
Interview mit Sportal.
"Die schwierigste Zeit für mich war 2022, besonders der Sommer,“ gesteht sie. „Damals stürzte Primoz bei der Tour de France, verletzte sich und musste das Rennen aufgeben. Als sich das Ganze dann bei der Vuelta wiederholte – wieder ein Sturz, wieder ein Rückzug – war das für mich wirklich zu viel. Und obendrein war ich damals schwanger, voller Hormone, ein echtes Nervenbündel. Diese Zeit bleibt mir als sehr belastend in Erinnerung.“
Lora erzählt weiter, dass die Familie Primož’ Rennen gar nicht im Fernsehen verfolgt – außer wenn sie selbst vor Ort sind. Manchmal äußerten sich Kommentatoren kritisch über ihren Mann, und sie möchte ihre Söhne dieser negativen Stimmung und dem Druck nicht aussetzen. Der Fokus liege stattdessen darauf, mit der eigenen Leistung zufrieden zu sein. Warum das so ist, erklärt sie so:
"Lev [der ältere Sohn] war nach dem Zeitfahren glücklich, bei dem Primož nur 17. wurde. Für uns zählt das Ergebnis nie. Es ist egal, wer gewinnt oder verliert. Das Einzige, was zählt, ist, dass man sein Bestes gibt, bis zum Schluss kämpft und mit dem zufrieden ist, was man geleistet hat. Genau das versuche ich meinen Kindern beizubringen: Man soll immer sein Bestes geben – und wenn jemand besser ist, dann sollte man das anerkennen und ihm gratulieren können.“