Der Wechsel zum Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team markierte offenbar den Wendepunkt in Tom Pidcocks Karriere. Äußerlich änderte sich wenig, doch das neue Umfeld gab dem Briten die volle Kapitänsrolle – und er lieferte so konstant ab wie in vier Jahren bei INEOS Grenadiers nie zuvor.
Pidcock breitete nahezu sofort die Flügel aus und fuhr 2025 seine beste Saison, inklusive Podium bei der Vuelta a España. Im Frühjahr brachte er Tadej Pogačar bei Milano-Sanremo an den Rand einer Niederlage. Parallel holte Pidcock im Cross-Country seinen zweiten Weltmeistertitel auf dem Mountainbike.
Und das Mountainbike ist nicht die einzige Offroad-Disziplin, in der Pidcock glänzt. Er ist der einzige Fahrer neben Mathieu van der Poel und Wout van Aert, der seit 2015 Cross-Weltmeister wurde. Sein Titel 2022 steht zwar unter dem Vorbehalt, dass die beiden Genannten damals nicht starteten, bleibt aber ein starkes Ergebnis.
Cyclocross ohne Pidcock
Seither sind Pidcocks Cross-Auftritte rar geworden. In den folgenden zwei Wintern fuhr er lediglich 14 bzw. 8 Rennen und beendete beide Kampagnen bereits beim Weltcup in Benidorm, um den Fokus auf die Straßen-Vorbereitung zu legen. Seit dem Winter 2023/24 ist Pidcock im Cyclocross nicht mehr zurückgekehrt.
Wie es aussieht, hat der Brite wenig Interesse, seinen Rennkalender in diesem Winter oder in den kommenden Saisons tief in den Winter auszudehnen.
„Es ist tatsächlich noch etwas früh für diese Frage. Aber nein, ich glaube nicht, dass ich diesen Winter Cyclocross fahre“, sagt Pidcock gegenüber
WielerFlits. „Ende der Straßensaison 2025 fand ich die Idee, wieder zu starten, reizvoll. Aber nachdem ich mein letztes Straßenrennen gefahren war, dachte ich: ‚Ach, vielleicht doch nicht. Es ist einfach zu viel.‘“
Was könnte Pidcocks Meinung ändern? Würde die Disziplin ins Programm der Winterspiele aufgenommen werden... Zwischenzeitlich sah es nach einem Debüt 2030 aus, doch daraus wurde nichts. Daher konzentriert sich Pidcock vorerst auf Straße und Mountainbike.
„Dazu sage ich nicht grundsätzlich ‚nein‘. Aber im Moment sieht es für Cyclocross bei Olympia nicht gut aus, oder? Das hilft mir persönlich sicher nicht bei einem Comeback. Wenn Cyclocross einen Platz bei den Spielen bekommt, dann denke ich, dass ich wieder Rennen fahren werde“, schließt der Brite.